🐾 Zwei auf Reisen

Schlagwort: Bodensee

Die Regatta der Eisernen 2025

Immer dann, wenn die meisten Boote schon ausgekrant an Land stehen, treffen sich einige Hartgesottene auf Einladung des DSMC zur Regatta der „Eisernen“ vor Konstanz. Das wollte ich dieses Jahr live erleben. Also ab an den Bodensee am letzten Novemberwochenende.

Freitags stand Bootsübernahme in Kressbronn, Proviant bunkern und die Überfahrt auf dem Programm. Nach einem kurzen ‚Schlenker‘ über Meersburg ist unsere Crew komplett: Achim, Mario, Michael, Regine, Rene, Urs. Dann die Nachtansteuerung von Konstanz. Ein Lichtermeer mit der strahlenden Imperia im Mittelpunkt weist uns den Weg zur Hafeneinfahrt des DSMC.
Ein passender Liegeplatz für unsere Bavaria 36 ‚Via Cosi‘ ist schnell gefunden. Nicht ganz so schnell finden wir ein Restaurant mit Platz für die gesamte Crew. Es sind immerhin 500 Segler in der Stadt unterwegs und es ist zudem das erste Adventswochenende.
Nach einer ersten ziemlich kalten Nacht folgt ein straffes Programm am Morgen. Check-In und Startnummer holen, Frühstück im Lago, Regatta- Briefing vor dem Clubhaus des DSMC. Boot klarieren, Regattaanweisung, Streckenführung, Wind studieren – alles das gehört zum Einsegeln vor dem eigentlichen Start kurz nach 12:00Uhr. Dem Gedränge an der Startlinie können wir ganz gut entkommen, kurz vor der Linie nehmen wir uns bissi zurück ,denn ein Frühstart würde mit 30% Zeitstrafe geahndet. Das Startsignal ertönt und schon beginnt das Gerangel. Es dauert nicht lange bis wir ‚Raum!!‘ rufen; ein anderes Boot, welches uns ausweichen müsste, kommt uns sehr nahe und wir müssen deren Rumpf weg drücken, um eine Kollision zu vermeiden. Trotz des schwachen Winds kommen wir gut voran und schieben uns auf Platz 15. Auch wir kennen die Regeln (denken wir zumindest 😉, dazu später). Immer wieder müssen auch andere Boote uns ausweichen und verlieren dadurch Höhe, Kurs und zuletzt auch Plätze. Nach dem Runden der Luvtonne, eine Roboboje, segeln wir einen für uns nachteiligen Kurs, da unser Vorsegel einfach zu klein und zu schwer für Schwachwind ist. Doch dieses Handicap haben alle in unserer Startgruppe.
Die letzte Bahn läuft wieder besser, eine angekündigte Bahnverkürzung wird nicht durchgesetzt und wir können uns gut freihalten für die letzte Wende. Nun wird uns auch noch unser tiefer Kiel mit fast 2 Metern zum Nachteil. Wir müssen vorzeitig ein Manöver fahren da der Tiefenmesser nur noch 2,05 anzeigt. Eine Zieldurchfahrt ist ohne ein weiteres Manöver somit nicht möglich, wir können nicht genug ‚Höhe kneifen‘, trotz aller Tricks und perfektem Steuern. Wir haben nur ein Boot aus unserer Wertungsgruppe vor uns, schon seit 2h immer um die 4-5 Bootslängen. Kurz vor dem Ziel wendet die ‚Saphira‘ unerwartet, wahrscheinlich denken sie, sie haben die Ziellinie schon überquert und berühren kurze Zeit später die Tonne. Ein Regelverstoß der zur Disqualifikation führt, wenn es jemand sieht und Protest einlegt. Wir entscheiden uns, das zu tun, allerdings verlassen wir uns auf den schriftlichen Protest. Später erfahren wir jedoch von der Regagttaleitung, dass ein Protest direkt vor Ort mit der Roten Flagge und dem Ruf ‚Protest‘ angezeigt werden muss. Das wissen wir nicht und so kommt unser Protest nicht zur Anhörung. Doch immerhin ein beachtlicher Platz 2 von 5 in unser Wertungsgruppe und ein 18.Platz von über 30 in unserer Startgruppe.
Unsere Crew entschließt sich, den Tag auf dem See ausklingen zu lassen. Mit der untergehenden Sonne segeln wir eine Stunde später zurück nach Konstanz. Perfektes Ambiente für ein geistiges Getränk 😉.

Kleine Bodensee Runde

Erneuter Versuch in einer Woche den See zu umrunden. Im Sommer ne kleine Herausforderung, denn oft fehlt es am Wind. Nachdem wir 2021 immerhin von Langenargen bis nach Lindau und zurück gesegelt sind, starten wir einen neuen Versuch … in die andere Richtung. Ziel ist mindestens Sipplingen … und zurück.

Nach dem ziemlich verregneten Uferfest Wochenende starten wir erst am Dienstag mit Ziel Meersburg und dann zur Insel Mainau. Unsere Segelyacht Antares, eine Focus 30, hat einen kleinen Anker an Bord, ohne Winsch, daher nur mit Ankerleine. Vollkommen ausreichend bei gutem Wetter. Also fällt der Anker in der zweiten Nacht vor der Mainau. Weiter gehts mit reichlich Wind auf die Nase bis nach Sipplingen. Überall bleibt uns auch Zeit für einen kleine Spaziergang an Land. Die meiste Zeit jedoch verbringen wir auf dem Wasser.

Und schon müssen wir wieder den Rückweg antreten. Kurs FN, dort fällt vor dem Ried unser Anker, nicht ganz einfach auf 5m Tiefe einen Platz ohne Bewuchs zu finden, das Manöver dauert fast ne halbe Stunde. Die Geduld lohnt sich aber, denn am Ende haben wir keine Pflanzen rausgerissen und der Anker hält wunderbar.

Mit Freunden verbringen wir noch das Wochenende auf ihrem Böötle und ankern im Löchle, östlich Lindau. Dort gibt es einen schönen Grillplatz, den wir schwimmend erreichen können. Ein wunderbarer Abschluss unserer kleinen Bodenseerunde.

Auf dem Querweg von Konstanz nach Titisee

24.-29.Mai 2021, 6 Tage, 135km, 4900hm durch unterschiedlichste Landschaften mit Sonnenschein, Schauern, Dauerregen und schlussendlich wieder Sonnenschein. Nur die Nächte waren in diesem Frühjahr noch empfindlich kalt … also warm anziehen, auch im Schlafsack.

Aus der Bodenseeregion, durch den von Vulkankegeln geprägten Hegau (auf jedem steht eine Burgruine 😉 bis in den wunderschönen Südschwarzwald und seine zauberhafte Wutachschlucht. Auch wenn der Querweg bis nach Freiburg führt, war für uns bereits in Titisee das Ziel erreicht.

Für E.N.D. (oder eher mehrere) hatten wir natürlich alles dabei. Die erste Nacht auf der Mägdeburg fanden wir Schutz unter dem Tarp. Die zweite und dritte Nacht bot uns der überdachte Vorraum einer Forsthütte Schutz. Mal auf der Isomatte, mal in der Hängematte. Ein aufgespanntes Tarp schütze uns vor Wind und Wetter. Für die letzten beiden Nächte bot uns der Wald einen Schlafplatz zwischen den Bäumen. Die gut aufgespannten HM garantieren einen erholsamen Schlaf, so gut das wir uns für den letzten Aufstieg zum Hochfirst den Wecker stellen mussten 😉

Absegeln Bodensee 2020

Anstelle des für diesen Zeitpunkt geplanten Mittelmeertörns Elba-Korsika-Sardinien, war mal wieder das Bodensee Revier angesagt. Als Zuhause für 4 Tage diente eine Focus 750, Performance Cruiser Mini-Family-Yacht. Ein hübsches, leichtes und damit sportliches Boot mit 31qm Segelfläche, wohnlichem und hellem Innenraum, viel Platz in der Bugkoje und im Cockpit, dafür umso weniger in der Pantry/Salon. Hier musste ich mit 1,70m ständig den Kopf einziehen.

Ein-Hand nicht ganz un-umständlich zu Segeln, die Pinne war nicht zum feststellen und die Winschen und Klemmen vorne auf dem Kajütdach statt im Cockpit.

Mit einem behelfsmäßigen „Autopiloten“ der zumindest bei stetem Wind den Kurs halten konnte, waren die Hände frei für den Feintrimm der Segel, nicht ganz unwichtig bei 1-2 Windstärken und es war sogar ein Rundgang auf dem Deck möglich ;). Zum Trimmen das Vorsegels gibt es Schienen und für das Grosssegel einen Traveller der in der Plicht verläuft und gleichzeitig den Crew- vom Steuermann Bereich abgrenzt.

Auf dem HW4 von Ulm zum Bodensee

Etappe 1 #Ulm-Illertissen

Ursprünglich geplant als Auftakt zur Sylvester Sschneeschuhtour, endete die Wanderung in Illertissen. Grund war falsches Schuhwerk (Bergstiefel eignen sich nun mal nicht für ebene Etappen von >30km/Tag). Ergebnis waren Knieschmerzen und Blasen an den Fersen. Also Abbruch in Illertissen und mit dem Zug zurück nach Ulm. Die Biwaknacht bei -5° war trotzdem ein guter Materialtest: Schlafsack -1° zu kalt trotz Biwaksack und warmen Klamotten, meine Z-Lite Isomatte ist mit einem R-Wert von 2,2 für winterliche Temperaturen nicht geeignet. Hier muss wohl doch eine isolierende luftgefüllte Matte her, auch schon wegen dem Schlafkomfort 😉 Ein Biwakplatz mit Feuerstelle ist nicht die schlechteste Wahl, allerdings in deutschen Wäldern oft verboten.

Etappe 2 #Illertissen-Bad Waldsee

Zwei Wochen später, wieder ein Wochenende mit gutem Wetter zum Wandern. Also Rucksack gepackt und nach dem Samstag-Klettern mit dem Auto bis Illertissen zum dem Punkt an dem ich zwei Wochen zuvor den H4 verlassen hatte. In der Zwischenzeit hat Sturm Sabrina heftig in den Wäldern gewütet, so war manchmal das Vorankommen ein bisschen mühsam. Es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis diese Sturmschäden alle beseitigt sind. Das erste Teilstück war wegen vorgerückter Stunde eher kurz, ein Schlafplatz mit tausend Sternen war schnell gefunden, ein bisschen abseits des Weges, das ist aber ganz gut so.
Eine eher unruhige Nacht (es war kalt, ich lag unbequem und hatte mal wieder mein Ohropax vergessen), so ging es dann nach einem ausgiebigen Müslifrühstück auf den Weg nach Bad Waldsee. Vor mir lagen ca. 50 km und manche Waldwege ähneltem einem Riesenmikado. Auch die Wegeführung sowie die Beschilderung waren teilweise nicht besonders attraktiv. So hab ich mein Ziel erst bei Dunkelheit erreicht. Mit dem letzten Zug gings dann wieder zurück nach Illertissen zum Auto (also vom Bhf bis zum Auto waren es dann nochmal 5 km)

Etappe 3 #Bad Waldsee-Friedrichshafen

So ein Zufall, wieder zwei Wochen später sagt der Wetterbericht gutes Wanderwetter voraus, zumindest tagsüber. Zeit das letzte Teilstück anzugehen. Ungefähr 60 km gleichmässig auf zwei Tage verteilt, das sollte eine gemütliche Wanderung werden mit dem Ziel Friedrichshafen. Da für die Nacht Regen vorhergesagt ist, habe ich mich diesmal gegen den Biwaksack und für mein Big Agnes FLY CREEK HV UL2 entschieden, eine gute Entscheidung, es war echt ein Sauwetter, auch am Morgen noch.

Ein netter Platz im Wald war schnell gefunden (auch wenn ich am nächsten Tag noch viel schönere Plätze entdeckt habe), das Wetter und die hereinbrechende Nacht liessen einen weiteren Weg nicht zu. Die Nacht war ganz ok, gefroren habe ich nicht, nur wieder nicht besonders bequem gelegen (und die Ibu auch vergessen) Am Sonntag früh war ich dann pünktlich um halb neun in Waldburg an der Dorfkirche, da es immer noch regnete war die Entscheidung für den Gottesdienst schnell gefallen.
Eine gute Stunde später schien dann auch die Sonne … für den Rest des Tages … und ich konnte meine Tagesetappe von knapp 30 km angehen. Die Wegeführung war wesentlich attraktiver als zwei Wochen zuvor.
Gegen 18:00 Uhr war im dann am Ziel, dem Seglerhafen von FN. Habe mich dann auch gar nicht so lange dort aufgehalten, einen Burger bei McDo gegen den HikerHunger und dann gings mit der DB wieder zurück nach Ulm.

Die Gesamtstrecke Ulm-FN sind um die 140 km, Tagesetappen von 30-40 km sind ideal, mehr sollten es nicht sein müssen. Alles in allem ein guter Test der Ausrüstung und der eigenen Leistungs- (Leidens-) fähigkeit  als auch eine gute Vorbereitung auf den Malerweg Ende April.

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