🐾 Zwei auf Reisen

Schlagwort: Hochplatte

Kammüberschreitung Ammergauer Alpen

Wir hatten uns vorgenommen in diesem Jahr noch eine kleine Bergtour zu machen, möglichst in der Nähe an einem langen Wochenende und natürlich bei schönem Wetter. Da ich die Ammergauer Alpen ganz gut kenne, fiel die Wahl auf einen One-Way Trail von Füssen nach Unterammergau. 3 Tage sollten ausreichen und der vierte zum chillen am See. Aus zeitlichen Gründen steigen wir mit der Tegelbergbahn auf. 21,50€/p.P. für die Bergfahrt … meine erste und letzte Fahrt mit dieser Bahn, Abzocke!

An der Bergstation bummeln wir bissi rum und schauen den Gleitschirmfliegern beim Starten zu. Dann gehts zügig über den Ahorn- und Gabelschrofensattel zur Krähe (2010m), weiter am Fensterl vorbei zur Hochplatte (2082m). Soweit schon recht mühsam, aber der Abstieg durch die Latschen war bei der Hitze dann gar kein Spaß. Wir waren schon recht spät dran, denn auf der Kenzenhütte (1300m), unserem Tagesziel, gibt es um 18:00 Uhr Abendessen. Also iwo eine Platz finden mit Mobilfunk und zumindest Bescheid geben das wir später kommen. Eine Stunde Abstieg lag ab hier dann noch vor uns. Nach insgesamt 16km und ca. 2000hm ist ein kühles Radler und ein feines Essen der Lohn der Mühe.

An Tag 2 starten wir auch erst kurz vor halb neun, bissi spät für unsere 18km Etappe zum August-Schuster-Haus (1564m). Noch ist die Hitze erträglich, also zügig rauf über den Bäckenalmsattel, an der nicht bewirtschafteten Hirschwanghütte vorbei, zum Hirschwang (1868m). Ein zeitraubender Aufstieg wegen unzähliger sehr leckerer Blaubeeren, weiter über den Feigenkopf (1866m) zur Großen Klammspitze (1924m). Die Kammwanderung bis hierher und auch der weitere Abstieg zur Brunnenkopfhütte (1602m) erfordern Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Konzentration. Immer wieder leichte Kletterpassagen, teils seilversichert, teils freie Kletterei. Die Aus- und Weitblicke entlohnen jedoch für die Mühe. Wir können Gämsen beobachten, Familien als auch Einzelgänger, auf einem Wiesenvorsprung am Fels liegt ein junger Steinbock in der Sonne.

Heute sind wir besser mit unserer Zeitplanung und gönnen uns eine kleine Pause an der Brunnenkopfhütte mit ihren legendär riesigen Portionen Kaiserschmarrn. Gestärkt und voller Euphorie den schwierigsten Teil der Kammwanderung trotz der heißen Witterung gemeistert zu haben, geht’s nun flott weiter zum Pürschlinghaus (August-Schuster-Haus), unserem Tagesziel. Langsam geht auch unser Wasservorrat zur Neige, 3 Liter sind nach weiteren 2100hm fast aufgebraucht. Auf einer der Sonnenliegen und einem Gläschen Wein in der Hand verabschieden wir den Tag mit seinen letzten Sonnenstrahlen auf das Zugspitzmassiv.


Am nächsten Morgen starten wir nach einem kleinen Porridge Frühstück (das Frühstück auf dieser DAV Hütte kostet 18,-€!!) ausgeruht und ganz entspannt über den Plattenberggrat runter nach Unterammergau zum Bus, der uns dann wieder zurück nach Füssen bringt.

Kammüberschreitung vom Brunnenkopf zum Tegelberg

Eine Mehrtagestour in den Ammergauer Alpen

Tag 1: Aufstieg vom Schloss Linderhof über Westweg zu den Brunnenkopf Häusern
Tag 2: über die Klammspitze zur Kenzenhütte
Tag 3: über die Hochplatte zum Tegelberg

Der Gratweg von der Hochplatte zur Krähe bzw zum Gabelschrofen ist mit leichten Kletterpassagen ausgesetzt. Der Nordweg durchs Gumpenkar wäre durch die noch vorhandenen Schneefelder wesentlich schwieriger. Doch alles in allem eine wunderschöne und abwechslungsreiche Bergtour, die wegen der bewirtschafteten Hütten am Ende jeden Tages, es erlaubt, mit wenig Gepäck unterwegs zu sein.

Als besonders schön empfand ich die Blütenvielfalt um diese Jahreszeit. Einige der Alpenblumen blühen mit dem Wegschmelzen der letzten Schneefelder und verwandeln so manche felsige Stelle in ein Blumenmeer.

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