Immer dann, wenn die meisten Boote schon ausgekrant an Land stehen, treffen sich einige Hartgesottene auf Einladung des DSMC zur Regatta der âEisernenâ vor Konstanz. Das wollte ich dieses Jahr live erleben. Also ab an den Bodensee am letzten Novemberwochenende.

Freitags stand BootsĂŒbernahme in Kressbronn, Proviant bunkern und die Ăberfahrt auf dem Programm. Nach einem kurzen ‚Schlenker‘ ĂŒber Meersburg ist unsere Crew komplett: Achim, Mario, Michael, Regine, Rene, Urs. Dann die Nachtansteuerung von Konstanz. Ein Lichtermeer mit der strahlenden Imperia im Mittelpunkt weist uns den Weg zur Hafeneinfahrt des DSMC.
Ein passender Liegeplatz fĂŒr unsere Bavaria 36 ‚Via Cosi‘ ist schnell gefunden. Nicht ganz so schnell finden wir ein Restaurant mit Platz fĂŒr die gesamte Crew. Es sind immerhin 500 Segler in der Stadt unterwegs und es ist zudem das erste Adventswochenende.
Nach einer ersten ziemlich kalten Nacht folgt ein straffes Programm am Morgen. Check-In und Startnummer holen, FrĂŒhstĂŒck im Lago, Regatta- Briefing vor dem Clubhaus des DSMC. Boot klarieren, Regattaanweisung, StreckenfĂŒhrung, Wind studieren – alles das gehört zum Einsegeln vor dem eigentlichen Start kurz nach 12:00Uhr. Dem GedrĂ€nge an der Startlinie können wir ganz gut entkommen, kurz vor der Linie nehmen wir uns bissi zurĂŒck ,denn ein FrĂŒhstart wĂŒrde mit 30% Zeitstrafe geahndet. Das Startsignal ertönt und schon beginnt das Gerangel. Es dauert nicht lange bis wir ‚Raum!!‘ rufen; ein anderes Boot, welches uns ausweichen mĂŒsste, kommt uns sehr nahe und wir mĂŒssen deren Rumpf weg drĂŒcken, um eine Kollision zu vermeiden. Trotz des schwachen Winds kommen wir gut voran und schieben uns auf Platz 15. Auch wir kennen die Regeln (denken wir zumindest đ, dazu spĂ€ter). Immer wieder mĂŒssen auch andere Boote uns ausweichen und verlieren dadurch Höhe, Kurs und zuletzt auch PlĂ€tze. Nach dem Runden der Luvtonne, eine Roboboje, segeln wir einen fĂŒr uns nachteiligen Kurs, da unser Vorsegel einfach zu klein und zu schwer fĂŒr Schwachwind ist. Doch dieses Handicap haben alle in unserer Startgruppe.
Die letzte Bahn lĂ€uft wieder besser, eine angekĂŒndigte BahnverkĂŒrzung wird nicht durchgesetzt und wir können uns gut freihalten fĂŒr die letzte Wende. Nun wird uns auch noch unser tiefer Kiel mit fast 2 Metern zum Nachteil. Wir mĂŒssen vorzeitig ein Manöver fahren da der Tiefenmesser nur noch 2,05 anzeigt. Eine Zieldurchfahrt ist ohne ein weiteres Manöver somit nicht möglich, wir können nicht genug ‚Höhe kneifen‘, trotz aller Tricks und perfektem Steuern. Wir haben nur ein Boot aus unserer Wertungsgruppe vor uns, schon seit 2h immer um die 4-5 BootslĂ€ngen. Kurz vor dem Ziel wendet die ‚Saphira‘ unerwartet, wahrscheinlich denken sie, sie haben die Ziellinie schon ĂŒberquert und berĂŒhren kurze Zeit spĂ€ter die Tonne. Ein RegelverstoĂ der zur Disqualifikation fĂŒhrt, wenn es jemand sieht und Protest einlegt. Wir entscheiden uns, das zu tun, allerdings verlassen wir uns auf den schriftlichen Protest. SpĂ€ter erfahren wir jedoch von der Regagttaleitung, dass ein Protest direkt vor Ort mit der Roten Flagge und dem Ruf ‚Protest‘ angezeigt werden muss. Das wissen wir nicht und so kommt unser Protest nicht zur Anhörung. Doch immerhin ein beachtlicher Platz 2 von 5 in unser Wertungsgruppe und ein 18.Platz von ĂŒber 30 in unserer Startgruppe.
Unsere Crew entschlieĂt sich, den Tag auf dem See ausklingen zu lassen. Mit der untergehenden Sonne segeln wir eine Stunde spĂ€ter zurĂŒck nach Konstanz. Perfektes Ambiente fĂŒr ein geistiges GetrĂ€nk đ.
Schreibe einen Kommentar