Samstag, 18.April – GlĂŒckstadt
Gestern hat mich die Deutsche Bahn ungewöhnlich zuverlĂ€ssig lĂ€ngs durch Deutschland an die Elbe nach GlĂŒckstadt gebracht. Hier bin ich jetzt an Bord der SY Lord Ganesh gegangen. Mit drei anderen Mitseglern und Skipper Pauli wollen wir die Elbe und spĂ€ter die Nordsee bis Helgoland erkunden. Ich freue mich drauf!
Heute bleiben wir hier, schlagen noch die Genua an und lernen unseren Lord kennen. Der Wind passt nicht fĂŒr den Weg nach Cuxhaven. Also bleiben wir heute Nacht im AuĂenhafen und legen morgen mit dem ablaufenden Strom gegen 0630 ab.
Sonntag, 19.April – Cuxhaven
Wir kreuzen ĂŒber die Elbe nach Cuxhaven. Vor Cuxhaven ĂŒben wir noch ein paar Manöver, bevor wir vor dem stĂ€rker werdenden Strom in den Hafen flĂŒchten. Wahnsinn, wie stark wir dabei vorhalten mĂŒssen, um die Einfahrt zu treffen. Das Anlegen klappt leider erst im 2. Versuch….autsch…. Im Hafen tauschen wir nochmal die Vorsegel und schlagen statt der Genua die Fock an, da es morgen doch mehr Wind geben soll. Den Abend lassen wir im Restaurant am Hafen und anschlieĂend auf dem Lord ausklingen.
Montag, 20.April – Auf nach Helgoland!!
Heute gilt es! Nachdem die Wettervorhersagen zuerst gar keinen Wind, dann doch Wind, dann heftigen Regen mit bft6 vorhergesagt hat, haben wir gestern Nachmittag entschieden, denn groĂen Regen der Kaltfront durchziehen zu lassen und erst nachmittags gegen 1500 abzulegen. AUSSCHLAFEN ?!!! Wunderbar, denn davor war Ablegen gegen 0600 geplant. Wir nutzen den Vormittag fĂŒr ein ausgedehntes FrĂŒhstĂŒck und anschlieĂender Motor-und Wetterkunde. Im Anschluss binden wir doch noch das 2. Reff ins GroĂsegel und legen ab. Gleich nach der Ausfahrt aus dem Cuxhavener Hafen zeigt sich die Elbe ziemlich kabbelig, anfangs steht noch etwas Strom gegen den Wind. Nach kurzer Fahrt hart am Wind können wir auf halben, spĂ€ter auch auf raumen Kurs gehen. In der Nordsee werden die Wellen dann etwas lĂ€nger. 1,5 bis 2mWelle und stramme 6 WindstĂ€rken, in Böen 7 bringen uns die ein oder andere Dusche ein. Klasse wars!! Spannend, weil sehr ruppig, war dann aber wieder die Einfahrt in den Hafen von Helgoland. Gut, dass wir unseren Skipper Pauli dabei haben! Inzwischen liegen wir aber gut vertĂ€ut auf dem letzten Liegeplatz im Hafen. Leider mit ziemlich Schwell. LĂ€sst sich nicht Ă€ndern. Christian hat ein leckeres Essen fĂŒr alle gezaubert. Wahrscheinlich wird der Abend heute nicht mehr allzu lange werden, alle sind ziemlich mĂŒde.
Dienstag, 21.April – Helgoland
Wir haben einen Sightseeingtag auf Helgoland eingelegt. Bei strahlendem Sonnenschein und fast spiegelglatter Nordsee machen wir einen Rundgang ĂŒber die Hauptinseln und bestaunen die brĂŒtenden Basstölpel, Lummen und Austernfischer und informieren uns ĂŒber die wechselhaften Geschichte Helgolands. Nach einer kurzen StĂ€rkung machen wir noch eine kurze FĂ€hrfahrt zur DĂŒne Helgoland. Dort stolpern wir fast ĂŒber die Seehunde und Robben, die dort ĂŒberall am Strand liegen. Faszinierend. Nach einem Abendessen im Restaurant lassen wir den Tag an Bord der Lord Gangesebene ausklingen. Morgen mĂŒssen wir tatsĂ€chlich etwas frĂŒher raus….
Mittwoch, 22.April – Helgoland â Pagensand (bei GlĂŒckstadt)
Aus unserem geplanten Ablegemanöver unter Segel wurde leider nichts -kein Wind. So mĂŒssen wir 2 Stunden lang den Flautenschieber arbeiten lassen. Zeit fĂŒr Brettspiele und eine RadareinfĂŒhrung. Aber schlieĂlich kommt der Wind doch noch und so wird es doch noch ein wunderschöner sonniger Segeltag auf ĂŒberwiegend raumen Kurs die Elbe hinauf. Die groĂen Pötte, die an uns vorbei ziehen beeindrucken uns schon. Abends genieĂen wir ein feines Resteessen an Bord an unserem Ankerplatz
Donnerstag, 23.April – Pagensand â GlĂŒckstadt
Anker auf nach gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck auf der Elbe. ZunĂ€chst ist es nochmal etwas ungemĂŒtlich, da der ablaufende Strom der Elbe gegen den NW-Wind (5Bft) steht. DafĂŒr sehen wir unterwegs NonnengĂ€nse und einen Seeadler. Wir kreuzen die Elbe abwĂ€rts, bis wir wieder ein bisschen mehr Platz haben und die groĂen Pötte im Fahrwasser nicht mehr stören. Dann ĂŒben wir nochmal Boje ĂŒber Bord mit Quickstopp. Das ist ne andere Nummer als vor ein paar Tagen bei ruhigem Wasser!! Irgendwann war es dann auch unserem Lord Ganesh genug. Mit einem lauten Schlag reiĂt uns die Leine von Reff 2! Also genug geĂŒbt, das GroĂsegel eingeholt und nur mit der Fock zurĂŒck nach GlĂŒckstadt. Dort hat uns Dennis mit einem sensationellen Anlegemanöver an die Pier gezirkelt. Chapeau!! Eigentlich sollte nur eine kurze Kaffeepause folgen und wir wollten weitere Hafenmanöver ĂŒben. Aber wir wurden eingeparkt. So war der Törn etwas frĂŒher beendet als gedacht. DafĂŒr bin ich zum ersten Mal in den Mast hoch und habe den Radarreflektor wieder befestigt, der davor nur noch auf Halbmast hing. Die Reffleine konnten wir leider nicht austauschen, das an Bord vorrĂ€tige Fall war 5m zu kurz….Schade. So lassen wir unser gelungenes Skippertraining im „Anno“ und der „alten Oper“ gediegen ausklingen. Schön war’s! Lehrreich war’s. Danke an die Crew! Danke, Pauli!










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