🐾 Zwei auf Reisen

Autor: Mario Seite 1 von 5

Noch einmal Kroatien

Nach langer Adria-Abstinenz haben wir uns für einen Törn im Revier der Kornaten entschieden. Doch bevor wir für eine Woche an Bord gehen, tauchen wir in Punat ab und machen den OWD Tauchschein bei Hang-Loose-Diving.

Unser Reisemobil ist mal wieder ein Flixbus, der uns hoffentlich entspannt und ausgeruht am nächsten Morgen bis Rijeka bringt. Los geht’s nicht ganz pünktlich gegen 20:00 Uhr ab Karlsruhe mit Zwischenhalten in Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg und Ljubljana. Pünktlich um 07:30 Ankunft in Rijeka, Zeit für einen Doppio. Und schon geht’s weiter mit dem Arriva Bus nach Punat.

Ein paar Vorräte für unsere Woche in der FeWo und dann erstmal das Bett testen, Mittagsschlaf. Wir sind noch bissi fertig von der Busfahrt heute Nacht. Nach zwei Stunden ist dann aber auch gut und wir machen uns auf den Weg den Strand zu erkunden. Wir entdecken eine kleine Privatbucht zum Baden, sehr erfrischend. Auf dem Heimweg checken wir noch die Lage der Tauchschule und lassen den Abend im Oaza, einem kleinen Restaurant mit Meerblick, gemütlich ausklingen. Bei Burger, Chevapcici und kroatischem Bier, Ozujsko nicht Karlovacko lässt sich der aus- und einlaufende Bootsverkehr von hier wunderbar beobachten.

Früh geht’s raus für uns, um halb neun treffen wir unseren Tauchlehrer Julien und zwei weitere OWD Kandidaten. In allem Neuen wohnt ein Zauber, auch beim Tauchen, und so war auch der Tag geprägt von vielen Übungen im nicht so tiefen Freiwasser. Den Tag lassen wir an der Strandbar ausklingen, Drinks bis zum Sonnenuntergang und das Abendessen gibts dann in unserer FeWo.

Tag 2 OWD, wir haben uns für den Ausflug mit dem Boot entschieden. Julien meint wir sind so gut das er uns das zutraut. Mit nahezu der gesamten Tauchschule samt ihrem Chef Stephan fahren wir heute zur Insel Plavnik. Zwei Tauchspots erwarten uns dort. Heute geht’s dann auch bissi tiefer runter, alles ganz entspannt, immer den Buddy im Blick gewöhnen wir uns weiter an das neue Element. Tintenfische, Oktupussis, klein und große Fischschwärme, beeindruckend! Zwei knapp einstündige Tauchgänge mit einer Mittagspause zum Erholen und Aufwärmen. Zum Abschluss des Tages machen gleich unsere schriftliche Prüfung. Bestanden! Ein weiterer cooler Tag neigt sich dem Ende. Unser Abendessen lassen wir uns heute in der Pizzeria Punat schmecken, Grillteller mit Pommes und gegrillte Calamari mit Mangoldsalat, alles sehr Knofi-lastig, doch fein und reichhaltig. Zum Dessert gibt’s nen Palatschinken aufs Haus 👍

Heute erwarten uns noch einige Übungen um sicher tauchen zu können. Wir starten dazu wieder vom Ufer aus, selber Spot wie am ersten Tag. Jacket im und unter Wasser an und ablegen, Atemgas mit dem Buddy teilen und Buddy tauchen mit dem Octopus. Nein, nicht mit dem Kopffüsser sondern dem Reserve Atemregler den jeder dabei hat. Die Unterwasserwelt zeigt uns heute Knurrhähne, Aale, Seeigel und vieles Mee(h)r. Abends nimmt uns Christian in seinem Auto mit nach Vrbnik auf der Nordostseite der Insel.

Ausschlafen ist angesagt. Der Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Beim gemütlichen Frühstück schmieden wir Pläne für den Tag. Mittagsschlaf, Cappuschi und Eis in der Strandbar, dann spazieren wir in Richtung FKK Strand und finden tatsächlich eine kleine versteckte Badebucht nur für uns. Schnorcheln, sonnen, chillen … Perfekt! Für den Sundowner schnappen wir uns zwei Liegen am Medane Beach. Mit einem Cocktail in der Hand begleiten wir die Sonne auf ihrem Weg ins Bettchen.

Nach dem Tauchen ist vor dem Tauchen, so der Plan. Heute aber kommt erstmal Wasser von oben. Bei einem Spaziergang in Richtung Marina treffen wir die Crew der Tauchbasis beim ausladen. Flucht vor dem herannahenden Gewitter. Wir können uns noch aufs Boot flüchten wo wir dann eine Stunde ausharren. Im nahen Marina Shop erstehen wir noch 10m Dyneema zum ‚basteln‘ und marschieren dann pitschnass zurück zur FeWo.

Packtag für unseren Teil zwei, morgen früh um sechs bringt uns Arriva nach Rijeka und Flixbus über Zagreb nach Skradin. Nach dem gestrigen Gewitter haben wir heute nochmal prima Wetter zum bissi rumlaufen. Wir wollen zu einer kleinen Aussicht am Hügel auf der anderen Straßenseite spazieren. Keine 30min Fußweg mit Aussicht über die Insel und die Bucht. Der Kreuzweg weist uns den Weg bis zu den drei markanten drei weissen Kreuzen, welche 2024 neu errichtet wurden. Wir erweitern unseren Spaziergang und erkunden die weitläufigen Wacholder- und Olivenhaine oberhalb Punats und belohnen unsere ‚Anstrengung‘ mit einem Eis und Cappuccino. Schon an Tag 1 haben wir in der Pizzeria Punat auf der Speisekarte Oktopussalat entdeckt. Den gibt’s zum Abendessen und eine große BBQ Chickenpizza dazu. Beides sehr lecker.

Reisetag. Kurz nach fünf klingelt der Wecker. Erster Stop für gute zwei Stunden direkt in Rijeka. Leider können wir mit unserem Gepäck keine Erkundungstour unternehmen. Für einen Cappuccino im Restaurant Boonker direkt am Hafen reicht’s aber. Kurz nach zehn startet unser Flixbus nach Skradin, bissi verspätet aber wohlbehalten kommen wir gegen 18:00 in Skradin an. Kurzer Spaziergang durch die Altstadt bringt uns auf die ander Seite der Marina, dort liegt die ‚First Love‘ unser Zuhause für die nächsten 7 Tage. Benno und Helene kennen wir schon, Paul, Rico und Daniela gehören auch noch zur Crew. Kennenlernen, Sachen stauen, Duschen, Essen gehen in der Konoba Dalmatino. Hochpreisig wie wir später noch im Vergleich feststellen werden, aber sehr gutes Essen und ein feiner Platz direkt am Dorfplatz.

Wir können ausschlafen! Erst gegen zehn wollen wir starten. Tagesziel für heute ist eine Bucht auf der Westseite der Insel Murter. Eine gute Stunde motoren wir aus dem Canyon, passieren zwei Autobahnbrücken, die schmale Zufahrt nach Sibenik und setzen dann die Segel. Zügig geht’s nach Norden, 15 Seemeilen liegen vor uns bis zur Bucht Cigrada, ein Bojenfeld mit zwei Konobas, eine davon, die Pizzeria Lantana ist unsere Wahl. Selten so fein gegessen, ob Fisch oder Pizza, Thuntartar oder Risotto, alles feinste Küche. Leider gehört das Bojenfeld der anderen Konoba, also kommen die Kosten von 60,-€ on top.

Nach einer ruhigen Nacht starten wir mit einer Runde Schwimmen in den Tag, es ist neblig, die Bora kündigt sich an. Unser Ziel für heute ist Biograd, bei dem Wind keine 3 Stunden. Wir segeln mit 6kn teils über 7 gen Norden. Der Böenkragen über dem Velebit ist deutlich zu sehen. Gut dass wir für heute Nacht in der Marina Kornati liegen werden. Steg 6, LP 23, wir sind die einzigen an diesem riesigen Steg. Zeit für einen Einkauf im Konzum, Altstadtbummel, Eis essen … Urlaub halt. Neben uns liegen später 3 weitere Boote, eins aus Slowenien, eines aus Stuttgart. Gut für uns, so sind wir noch besser vor dem Wind geschützt und können uns ‚anlehnen‘. Biograd selbst ist nicht so groß, alte Architektur finden wir in der Altstadt, kleine Konobas laden zum Verweilen ein. Zeit für Eis essen, bummeln. Die Außenmole des Stadthafens eignet sich hervorragend für den Blick auf die untergehende Sonne. Gleich nebenan ist das Restaurant Europa. Auch hier dalmatinische Küche vom feinsten. Allerdings sind die Portionen für uns zu groß. Ein ‚Betthupferl‘ aus der Rum Bottle, die natürlich mit an Bord ist, hilft beim Einschlafen.

Die ganze Nacht bläst die Bora durch die Wanten, daher lassen wir uns am Morgen Zeit, zumal unser Ziel für heute, Zadar, nur weitere 13 sm nördlich liegt. Vorbei an der Insel Galesnjak, der Herzinsel, direkt daneben Bisaga Mala, ein Inselchen welches für ‚kleines Geld‘ vermietet wird. Bei Kukljica sichten wir eine große Gruppe Delphine, es sind mindestens sieben. Wunderschön gleiten sie in 100m Distanz an uns vorbei. Zadar und das Velebit Gebirge sind heute klar zu erkennen, prima Sichtbedingungen. Wir laufen die Marina Borik (210,-€ 🙁 nördlich Zadar an und planen dann mit dem Bus nach Zadar zu fahren, ca 20min. Schöne Altstadtarchitektur, lauschen der Meeresorgel und klettern auf den Glockenturm neben der Basilika. Geniale Aussicht auf die gesamte Stadt, das Meer und das Gebirge. Der Hunger spült uns dann ins Malo Misto, von Lammhaxe bis Fisch, alles wieder sehr fein.

Wieder ein prima Segeltag mit Sonne, Wind und Meer. Ziel heute ca. 13sm südlich ist Sveti Filip i Jakob, ein großer Name für eine kleine Ortschaft kurz vor Biograd. Ziemlich neue Marina, noch nicht ganz fertig. Duschcontainer, dafür aber etwas günstiger. Zwischen zwei Badestränden gelegen, kann das Örtchen mit einem Campingplatz am Meer aufwarten, einem Fischmarkt, Restaurants entlang der Uferstraße und einer Beachbar. Unsere Stegnachbarn kamen vom Niederrheinischen und lagen mit ihrer Mara und ihrem Hund Otto neben uns. Eine spezielle Konstruktion fällt auf: eine Baumbremse, sinnvolles Extra für kleine Crews um auf Vorwindkursen Schäden durch eine Patenthalse zu minimieren.

Nach einem gemütlichen Frühstück mit frischen Eiern klarieren wir das Vorsegel weil es bissi aus der Nut gerutscht ist und sind auf einen Motorschlag nach Murter eingerichtet. Es kommt anders. Am Wind Kurs nach Süden, selbst die Engstelle bei Arta passieren wir elegant unter Segeln südlich der dazugehörigen Kardinaltonne. Die festlandseitige Nachbarstadt von Murter, Betina -oder doch Bettina- mit der gleichnamigen Marina ist unser Ziel. Wir bummeln durch die Altstadt aus dem 14 Jh, genießen bei einem Espresso in der Bar Pejo den Ausblick auf den Fischerhafen und wandern zum Aussichtspunkt Gradine (63m über dem Meer), der einen wunderbaren Rundumblick auf Murter und Betina bietet. Zurück aufm Böötle empfängt uns die Crew mit frisch Gegrilltem. Die Nacht soll unruhig werden, der Wind dreht wieder auf NO und es gibt den ersten Regen in dieser Woche und Gewitter.

Wir lagen gut geschützt, der Wind greift über Nacht in Böen um die 30kn in die Wanten und singt sein Lied. Das beschert uns noch ein paar Stunden Liegezeit, gegen Nachmittag soll die Bora nachlassen. Wir nutzen die Gelegenheit und erkunden Murter, ebenfalls ein hübsches Fischerdorf gegenüber Betina. Kleine Gässle und Hunger führen uns dann zum Restaurant Mareta, direkt an der Hafenkante. Von der Terrasse beobachten wir das bunte Treiben der Chartercrews die ihre Böötle tanken müssen. Dann beordert uns der Skipper zurück auf die First Love, ablegen um 13:30 Uhr, so sparen wir uns 100,-€ (die werden ab 14:00 Uhr fällig) und der Wind hat soweit nachgelassen, das wir trotz Welle gut rauskommen. Wir halten uns bis zur Kardinaltonne bei Arta Mala Richtung Norden und wechseln dann auf die andere Seite der Insel um dann die Segel und Kurs Skradin zu setzen. Im ersten Reff geht’s dann flott mit 5-6kn Fahrt voran. Gegen 17:30 erreichen wir die felsige Einfahrt nach Sibenik und Motoren dann nochmal 1,5h bis zur Marina Skradin. Leinen fest, Skipper und Istion sind froh das die ‚First Love‘ wieder heil im Heimathafen angekommen ist.

Nach einer kurzen Nacht noch ein gemeinsames Frühstück und dann Boot ausräumen. Die nächsten Gäste, Skippers Family ist schon unterwegs. Der Abschied von unseren Mitseglern und der First Love wird nicht der letzte sein, so hoffen wir. Uns bleibt noch Zeit für einen Spaziergang zur Burg und durchs Städtle, übrigens eins der ältesten in Kroatien. Eine wunderbare Segelwoche mit tollen Menschen geht zu Ende, wir machen es uns im Flixbus bequem und lassen uns nach Hause fahren.

Meraner Höhenweg 2026

Tag 1

Nach der mautfreien Anreise über Fernpass und Reschenpass bis Meran, ‚erklimmen‘ wir die ersten Höhenmeter mit der Hochmuth Seilbahn. An der Bergstation (1400m) beginnt unsere 7 tägige Tour durch den Naturpark Texelgruppe mit E.+J.

Einstieg in den Meraner Höhenweg mit der Nr. 24 über den Hans-Frieden-Felsenweg, kurze Einkehr am Hochganghaus mit Blick auf die Hochgangscharte (der wir 7 Tage später die Ehre geben), wir passieren die hübsche Tablander Alm (1788m) sowie die Nasereit Hütte (1523m). Dort tummeln sich süße Lämmer in schwarz, weiß und bunt. Ein gemäßigter Einstieg mit 13km Strecke durch überwiegend schattige Wälder, 780hm hoch und 580hm runter bis zum Gasthaus Giggelberg (1565m). Die ‚Strapazen‘ der ersten Etappe kühlen wir mit einem köstlichen Radler und quartieren uns in ein gemütliches 4-Bett Zimmer mit eigener Dusche ein und genießen die feinen und deftigen Speisen der Südtiroler Küche.

Tag 2

… führt uns durch das Tal der 1000 Stufen, gefühlt sind es mehr, tatsächlich sind es eher weniger. Auch eine kleine Hängebrücke ist dabei. Immer wieder spannend so ein schaukelndes Bauwerk der Ingenieurskunst zu begehen, wobei es meiner Meinung nach nicht so recht in die Landschaft passt. Diese kurze Etappe mit wenig Höhenmeter lässt uns entspannt bereits kurz nach Mittag in der Patleid Alm (1386m) ankommen. Dieser kleine über 1000 Jahre alte Hof unterhalb der schicken Linthof Alm (perfekter Platz für Spritz‘ aller Art), kocht nur für Hausgäste. Auch ein klitzekleines Ferienhaus mit eigener Sauna steht auf dem Hof. In der Nacht lässt uns das alte fürstliche Jagdhaus an seinen Geschichten teilhaben, nicht alle können gut schlafen.

Tag 3

Nach einem reichhaltigen Frühstück starten wir auf eine längere Etappe zur Rableidalm (2004m), vor uns liegen 6h Gehzeit mit 1200hm im Aufstieg und 500hm im Abstieg. Auf teils schmalen Pfaden über Wiesen mit grasenden Grau- und Fleckvieh, durch schattenspendende Lärchenwälder, Reinhold Messners Schloss Juval unter uns, weiter mit herrlichem Ausblick auf Katharinaberg sowie ins Schnalstal geht es stetig bergan. Bis zu einer Wegsperrung wegen Murenabgängen u.a. von den Unwettern der vorangegangenen Woche. Wir entscheiden uns der Umleitung zu folgen und steigen ins Tal zum Tumlhof ab. E. und J., die bereits einige Minuten vor uns sind, entscheiden sich für den Normalweg, der sich bis auf einige zu passierende Murenfelder im Nachhinein als begehbar herausstellt. Wir hingegen werden zum ersten durch den nicht bewirtschafteten Tumlhof (FeWo) und den anschließenden 3,5km Aufstieg entlang der Teerstraße in der Nachmittagssonne geröstet, ganz abgesehen von den 600hm extra. Zwischenziel ist der Gasthof Jägerrast (1693), wo wir gemeinsam eine ausgedehnte Vesperpause verbringen. Auf dem Hof und den umgebenden steilen Wiesen wir hart gearbeitet. Das Gras wird mit speziellen handgeführten Maschinen gemäht, wo es selbst für diese zu steil wird, mit der Motorsense. Nach dem Trocknen muss das Heu mühevoll bis zum nächsten Weg den Hang ‚hinabgewälzt‘ werden, dort vom Heuwagen eingesammelt, zum Hof transportiert und erst dort kann es zu Ballen gepresst werden. Während wir die Zeit im Schatten genießen, bekommen wir einen Eindruck eines kleinen Teils der Almwirtschaft in den Bergen. Nach einer guten Stunde Pause, werden die Stiefel für die letzten 300hm geschnürt. Nicht weit von unserer Rast weitet sich das Pfossental und die hübsche Rableidalm liegt vor uns. Nach einer erfrischenden hausgemachten Saftschorle checken wir ein. Noch bevor eine größere Wandergruppe auf dieselbe Idee kommt, duschen wir uns den Schweiß von der Haut und machen es uns in der Stube bei Heidi und Babsi gemütlich. Südtiroler Schmankerl und einige Runden hausgemachten Zirbenschnaps (der Beste unserer Tour) lassen die Anstrengung schnell vergessen. An diesem Abend lernen wir Kerstin und Andreas kennen, wir werden sie wiedersehen.

Tag 4

Heutiges Ziel ist die Stettiner Hütte (2875m), eine kurze Etappe am Eishof vorbei bis zum Talschluss des Pfossentals. Eine alte Militärstraße bestehend aus puzzleartig aneinandergepassten Steinplatten macht den Aufstieg zum Eisjöchl (2895m), welcher den Übergang zum Pfelderer Tal bildet, nahezu wetterunabhängig. Früher ist hier das Militär auch mit Fahrzeugen hoch gefahren. Beim Überschreiten des Jöchls kommt auch schon die imposante Stettiner Hütte ins Blickfeld. Ein brauner Koloss aus Stahlbeton und Schlagblenden aus Stahl vor den Fenstern. Die Hütte wurde bereits zwei Mal von Lawinen teilweise zerstört (1931+2014) und in der heutigen Erscheinung nach 2 Jahren Bauzeit 2022 wiedereröffnet.
Nach kurzem Verschnaufen entscheiden sich E.+J. Für den Aufstieg zur Hochwilde (3480m), kehren jedoch wegen aufziehenden Schauern kurz vorm Gipfel um. Wir nehmen einen kleineren namenlosen Gipfel in Angriff. Weglos schnüren wir dem kleinen Gipfelkreuz entgegen, in dessen Nähe wir eine Gamsfamilie beobachtet haben.
Am Abend packen wir die Würfel aus und kniffeln wie die Weltmeister mit E.+J., auch Andreas und Kerstin sind wieder dabei.

Tag 5

Nach reichhaltigem Frühstück vom Buffet starten wir zu einer eher kurzen Etappe zur lediglich 100m höher gelegenen Zwickauer Hütte (2979m). Entlang der südlichen Grasflanke des Alpenhauptkamms mit wiederkehrendem auf und ab, queren zum Teil noch schneebedeckte Gletscherabflüsse und entdecken immer wieder weiß strahlende Marmorblöcke. Dem Pfelderer Höhenweg Nr. 44 folgend, machen wir ab dem Bockberg endlich Höhe und erreichen auf einem Zickzack- Weg ein wunderbares, nahezu windarmes Plätzchen zum Pausieren. Zeit um den Blick schweifen zu lassen, das kommt beim konzentrierten Gehen auf schmalen Bergpfaden oft zu kurz. Ein letzter Aufschwung über ein Geröllfeld bringt uns zu unserem Tagesziel auf knapp 3000m. Der nebenan liegende Planferner, der Rest eines ehemals schneereichen Gletschers gibt der Hütte ihren Zweitnamen Planferner Hütte. Eine der wenigen sonnigen, windarmen und warmen Tage hier oben lädt zum chillen auf der Terrasse ein. Für den Aufstieg zum über der Hütte thronenden Seelenkogel (3489m) findet sich heute kein Mitstreiter und allein möchte ich die mir unbekannte Route nicht gehen. Der Berg läuft ja nicht weg 😉 Während wir auf den fünften und für heute letzten Gast warten, spendiert unser Wirt Heinz jedem ein Gläschen Rotwein und wir lauschen seinem Menüvorschlag für das Abendessen. Wir sind bestens beraten seinem Vorschlag zu folgen: Nudelsuppe mit Rindfleischeinlage, Südtiroler Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung, Buchweizenkuchen und zum Abschluss einen Schnaps. Eine sehr angenehme und familiäre Atmosphäre hier oben. Und wer u.a. wissen will warum ein Hüttengast wegen ‚Falschparken im Naturpark‘ auf fast 3000m über dem Meer einen Strafbescheid bekommen hat, der muss die Zwickauer Hütte selbst besuchen.

Tag 6

Unsere längste Etappe liegt vor uns, bis zur Oberkaser Alm (2131m) planen wir 7h Gehzeit. Doch zuerst der Abstieg ins Pfelderer Tal. Der Weg führt uns über das bereits vom Aufstieg bekannte Geröllfeld, weiter über Almen mit Weidevieh, Pferden und Eseln zum Lazinser Hof (1782m). E.+J.waren wieder viel zu schnell für uns. Als wir unser Jausenplätzle erreichen, sind die Beiden schon im Aufbruch. Schade, keine gemeinsame Pause. Wir gönnen uns trotzdem eine Brotzeit mit Speck und ein kühles Radler bevor wir über den Panoramaweg, weiter über den Tiroler Höhenweg durch das (ziemlich) sonnige Faltschnaltal zum Faltschnaljöchl (2417m) empor wandern. Lustige Murmeltiere und Ziegen begegnen uns hier in diesem Hochtal. Der Schlussaufschwung zum Spronser Joch ist obligatorisch. Bereits am Joch sehen wir den ersten der Spronser Seen, mit jedem Meter bergab entdecken wir weitere. Den einzigen See den wir nicht zu Gesicht bekommen ist der Schwarzsee, dazu müssten wir von der Route abweichen, aber für heute ist es genug der Höhenmeter. Gegen halb fünf erreichen wir unser Ziel, kühlen uns zuerst mit einem Radler und anschließend mit einem Bad im nahegelegenen ‚Kaser Lacke‘ genannten Haussee ab. Frisch gereinigt wartet auch hier wieder ein Südtiroler Gaumenschmaus auf uns: Speckeier mit Bratkartoffeln, Lammbraten mit Knödel, Speck- und Käseknödel mit Salat usw…

Tag 7

Perfekter Ort für einen Pausentag. Wir wollen die Umgebung der Spronser Seen erkunden. Wir steigen wieder nach oben, der größte der Spronser Seen, der Langsee ist unser erstes Zwischenziel. Während wir dem Weg Nr.7 zur Hochgangscharte (2441m) folgen, begleitet uns das warnende Pfeifen der Murmeltiere. An der Scharte angekommen, ist der Gipfel der Rötelspitz (2625m) von Wolken verhüllt. Da für den Nachmittag Gewitter angekündigt sind, entscheiden wir uns gegen einen Aufstieg. Später werden wir feststellen, das ein Aufstieg sich schon wegen der Aussicht gelohnt hätte, das Wetter wird eher besser. Alternativ stromern wir weglos auf den vom Eis glatt geschliffenen Langseeplatt umher, in der Hoffnung, auf Ötzi 2.0 zu stoßen. Immer wieder liegen große und kleine Blöcke wahllos verstreut auf den Felsrücken und erwecken den Eindruck wie Murmeln jeden Augenblick runter zu kullern. Das Eis hat sie hier her gebracht und beim Abschmelzen zurück gelassen. Dieser Ort animiert geradezu dazu, Steinmanderl zu bauen;). Zahllose kleine und große Wasserlöcher beherbergen Leben, hoffentlich trocknen sie nicht aus bis alle Bewohner Beinchen haben. Den Abstieg zur Hütte suchen wir uns so wie es die Ziegen machen würden. Am Mückensee, mit seinem von Wollgras gesäumten Ufern stoßen wir dann wieder auf den Weg Nr. 6, der uns zur Hütte führt. Nach dem Abendessen machen wir uns auf die Suche nach den Schalensteinen am Pfitscher Sattel, ein jungsteinzeitliches Bergheiligtum (3200 v.Chr.). www.rgroeber.de

Tag 8

Unsere Wanderwoche mit perfektem Bergwetter geht nun zu Ende. Wir sind dankbar, dass wir das so erleben durften. Über den Jägersteig Nr.22 geht’s 700hm runter. Viele Tageswanderer kommen uns entgegen. An der Mutkopfhütte (1684m) probieren wir von der hausgemachten Holunderschorle und am Gasthaus Hochmuth stärken wir uns für die Rückreise.

Zusammenfassung:
7 Tage, 6 Hütten, 33h Gehzeit, 5000hm hoch und wieder runter
Literatur: KOMPASS, Naturpark Texelgruppe, Meraner Höhenweg
Navigation: OsmAnd, Wegweiser waren auch genügend da 😉

Die Regatta der Eisernen 2025

Immer dann, wenn die meisten Boote schon ausgekrant an Land stehen, treffen sich einige Hartgesottene auf Einladung des DSMC zur Regatta der „Eisernen“ vor Konstanz. Das wollte ich dieses Jahr live erleben. Also ab an den Bodensee am letzten Novemberwochenende.

Freitags stand Bootsübernahme in Kressbronn, Proviant bunkern und die Überfahrt auf dem Programm. Nach einem kurzen ‚Schlenker‘ über Meersburg ist unsere Crew komplett: Achim, Mario, Michael, Regine, Rene, Urs. Dann die Nachtansteuerung von Konstanz. Ein Lichtermeer mit der strahlenden Imperia im Mittelpunkt weist uns den Weg zur Hafeneinfahrt des DSMC.
Ein passender Liegeplatz für unsere Bavaria 36 ‚Via Cosi‘ ist schnell gefunden. Nicht ganz so schnell finden wir ein Restaurant mit Platz für die gesamte Crew. Es sind immerhin 500 Segler in der Stadt unterwegs und es ist zudem das erste Adventswochenende.
Nach einer ersten ziemlich kalten Nacht folgt ein straffes Programm am Morgen. Check-In und Startnummer holen, Frühstück im Lago, Regatta- Briefing vor dem Clubhaus des DSMC. Boot klarieren, Regattaanweisung, Streckenführung, Wind studieren – alles das gehört zum Einsegeln vor dem eigentlichen Start kurz nach 12:00Uhr. Dem Gedränge an der Startlinie können wir ganz gut entkommen, kurz vor der Linie nehmen wir uns bissi zurück ,denn ein Frühstart würde mit 30% Zeitstrafe geahndet. Das Startsignal ertönt und schon beginnt das Gerangel. Es dauert nicht lange bis wir ‚Raum!!‘ rufen; ein anderes Boot, welches uns ausweichen müsste, kommt uns sehr nahe und wir müssen deren Rumpf weg drücken, um eine Kollision zu vermeiden. Trotz des schwachen Winds kommen wir gut voran und schieben uns auf Platz 15. Auch wir kennen die Regeln (denken wir zumindest 😉, dazu später). Immer wieder müssen auch andere Boote uns ausweichen und verlieren dadurch Höhe, Kurs und zuletzt auch Plätze. Nach dem Runden der Luvtonne, eine Roboboje, segeln wir einen für uns nachteiligen Kurs, da unser Vorsegel einfach zu klein und zu schwer für Schwachwind ist. Doch dieses Handicap haben alle in unserer Startgruppe.
Die letzte Bahn läuft wieder besser, eine angekündigte Bahnverkürzung wird nicht durchgesetzt und wir können uns gut freihalten für die letzte Wende. Nun wird uns auch noch unser tiefer Kiel mit fast 2 Metern zum Nachteil. Wir müssen vorzeitig ein Manöver fahren da der Tiefenmesser nur noch 2,05 anzeigt. Eine Zieldurchfahrt ist ohne ein weiteres Manöver somit nicht möglich, wir können nicht genug ‚Höhe kneifen‘, trotz aller Tricks und perfektem Steuern. Wir haben nur ein Boot aus unserer Wertungsgruppe vor uns, schon seit 2h immer um die 4-5 Bootslängen. Kurz vor dem Ziel wendet die ‚Saphira‘ unerwartet, wahrscheinlich denken sie, sie haben die Ziellinie schon überquert und berühren kurze Zeit später die Tonne. Ein Regelverstoß der zur Disqualifikation führt, wenn es jemand sieht und Protest einlegt. Wir entscheiden uns, das zu tun, allerdings verlassen wir uns auf den schriftlichen Protest. Später erfahren wir jedoch von der Regagttaleitung, dass ein Protest direkt vor Ort mit der Roten Flagge und dem Ruf ‚Protest‘ angezeigt werden muss. Das wissen wir nicht und so kommt unser Protest nicht zur Anhörung. Doch immerhin ein beachtlicher Platz 2 von 5 in unser Wertungsgruppe und ein 18.Platz von über 30 in unserer Startgruppe.
Unsere Crew entschließt sich, den Tag auf dem See ausklingen zu lassen. Mit der untergehenden Sonne segeln wir eine Stunde später zurück nach Konstanz. Perfektes Ambiente für ein geistiges Getränk 😉.

3 Gipfel im Rofan

Im Rofan mit Jörn und Esther. 5-Gipfel KST war der Plan, 3 haben wir geschafft, und das gleich am ersten Tag. Hochiss, Spieljoch, Seekarl. Schwierigkeiten von A bis D in kurzen Passagen. Fordernd, spannend, niemals wirklich kritisch und dennoch erleichtert ohne Blessuren durch den KST gekommen zu sein.
Am Samstag dann eine Wanderung zur Rofanspitze. Zum Start eher bewölkt, dann 🌞 am Nachmittag, was ideal war, um am Krahnsattel ein Nickerchen zu machen.
Am Abend dann ein Schlemmertisch mit Kaiserschmarrn aus der Pfanne, ein kleines Revival für uns. Und auch sonst ließen wir es uns gut gehen, was auf der Erfurter Hütte echt nicht schwer ist 🥰 Raimund und sein Team habens echt drauf! Da gehen wir bestimmt nochmal hin, denn … der Roßkopf wartet auf uns 😉

Kleine Bodensee Runde

Erneuter Versuch in einer Woche den See zu umrunden. Im Sommer ne kleine Herausforderung, denn oft fehlt es am Wind. Nachdem wir 2021 immerhin von Langenargen bis nach Lindau und zurück gesegelt sind, starten wir einen neuen Versuch … in die andere Richtung. Ziel ist mindestens Sipplingen … und zurück.

Nach dem ziemlich verregneten Uferfest Wochenende starten wir erst am Dienstag mit Ziel Meersburg und dann zur Insel Mainau. Unsere Segelyacht Antares, eine Focus 30, hat einen kleinen Anker an Bord, ohne Winsch, daher nur mit Ankerleine. Vollkommen ausreichend bei gutem Wetter. Also fällt der Anker in der zweiten Nacht vor der Mainau. Weiter gehts mit reichlich Wind auf die Nase bis nach Sipplingen. Überall bleibt uns auch Zeit für einen kleine Spaziergang an Land. Die meiste Zeit jedoch verbringen wir auf dem Wasser.

Und schon müssen wir wieder den Rückweg antreten. Kurs FN, dort fällt vor dem Ried unser Anker, nicht ganz einfach auf 5m Tiefe einen Platz ohne Bewuchs zu finden, das Manöver dauert fast ne halbe Stunde. Die Geduld lohnt sich aber, denn am Ende haben wir keine Pflanzen rausgerissen und der Anker hält wunderbar.

Mit Freunden verbringen wir noch das Wochenende auf ihrem Böötle und ankern im Löchle, östlich Lindau. Dort gibt es einen schönen Grillplatz, den wir schwimmend erreichen können. Ein wunderbarer Abschluss unserer kleinen Bodenseerunde.

Wasserwandern auf der Recknitz

Unsere erste Meetagespaddeltour auf der Altmühl ist nun auch schon wieder 2 Jahre her. Zeit neue Ufer zu erkunden. Mit unserem Luftkajak ziehen wir los, mit Bus und Bahn in den hohen Norden … Deutschlands. Genauer nach Mecklenburg-Vorpommern und noch genauer nach Amt Tessin. Dort soll unsere Paddeltour auf der Recknitz starten. An Bad Sülze vorbei, Marlow mit seinem beeindruckenden Vogelpark bis nach Ribnitz Damgarten, wo die Recknitz in den Saaler Bodden mündet.

Entlang einer malerischen Landschaft mit zauberhafter Tier und Pflanzenwelt aus der Perspektive nahe der Wasserfläche lassen wir uns viel Zeit zu entdecken, zu träumen, zu staunen. Der zum Teil renaturierte Flusslauf verlangt högschte Konzentration bei der Navigation, schnell passiert es das der Paddler falsch abbiegt. Man merkt das aber recht schnell wenn man aufmerksam die Strömung beachtet. Entlang der Strecke gibt es Wasserwanderrastplätze, mal bewirtschaftet gegen kleine Gebühr oder einfach nur eine Wiese mit einer Schutzhütte … oder auch ohne.

Die Strecke ist auch für nicht so geübte Paddler ideal geeignet. Wenig Strömung und gute Ausstiegsmöglichkeiten sowie kurze Abschnitte (je nach Gusto natürlich auch länger) machen diese Strecke zu einem echten Naturerlebnis. Zum Abschluss schnuppern wir dann auch noch bissi Seeluft, wir paddeln auf den Bodden raus, bis zum ersten Tonnenpaar des Fahrwassers 😉

Zu empfehlen ist neben dem Vogelpark in Marlow auch das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten sowie das kleine Hafenstädtchen Barth mit seinem imposanten Kirchturm der Weitblick garantiert. Und wer nichts mit ‚Fischland-Darß-Zingst‘ anfangen kann, der fragt am besten die Einheimischen.

Unsere Beobachtungen:

Kuckuck, Eisvogel, Goldammer, Schwan, Kröte, Schreiadler, Drosselrohrsänger, Eisvogel, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Bergstelze, Seeadler, Schwanenfamilie, Schwanenblume,
Ringelnatter, Rotmilan, Rothirsch (gehört), Schwalbenschwanz, Hirschkühe mit Kälbern, Kranich, Silberreiher, Graureiher, Pirol (gehört), Buntspecht, Buchfink, Brandgänse, Dunkler Wasserläufer, Rotschenkel, Grünschenkel, Brachvogel?, Regenbrachvogel?

Querweg nach Alpirsbach

Von Gengenbach führt ein Querweg nach Alpirsbach. Alle drei großen Fernwanderwege im Schwarzwald queren wir dabei. Den Westweg, den Mittelweg und in Alpirsbach dann noch den Ostweg. Jeden Tag mit um die 700hm hoch und wieder runter, teils sehr steile Anstiege die ‚für’n Arsch‘ sind, ein alpines Training für Einsteiger.

Jörn und Esther trauen sich mit neuer Ausrüstung für E.N.D. (Eine Nacht Draußen). Gutes Kartenmaterial mit Hütten und Wasserstellen macht es möglich das wir nur grob planen, wann und wo wir schlafen … Iwas findet sich immer, denn an Bäumen mangelt es im Schwarzwald nicht.

Die Route führt uns am ersten Tag über den Mooskopf mit seinem Aussichtsturm, Biwak an der Hylseckhütte. Der zweite Tag überrascht mit einem Bikertreff-Imbiss am Löcherbergwasen. Dort verlassen uns dann J&E und machen sich auf den Heimweg. Wir wandern weiter bis zur Mooshütte auf 820müNN, prima Übernachtungsplatz mit Optionen auch für schlechtes Wetter.

Die dritte Etappe beschert uns reichlich Auf und Ab. Zunächst ins Tal nach Schapbach, mit einer kleinen Pause an der Wolf, um dann wieder 400hm raufzukraxeln. Auf dem weiteren Weg nach Alpirsbach kommen wir immer wieder an weitläufigen Wiesen mit schönen Schwarzwaldhöfen vorbei.

Am Ziel angekommen, gönnen wir uns eine Vesperzeit mit Alpirsbacher Radler, bevor uns die Schwarzwaldbahn wieder nach Hause bringt.

Kreta 2025

Unsere Route mit der „Toujours Belle“: Kalamata-Ormos Diros Mani-Kapsali (Kethira)-Monemvasia-Avlemonas Kethira)-Chania-Gramvousa-Balos Beach-Chania

Nach einem frühem Start in München und kurzweiligen Flug sind wir gegen Mittag in Kalamata gelandet. Nach kurzer Taxifahrt zum Hafen gab’s ein fröhliches Wiedersehen mit Karin und Bernd auf der Toujours Belle. Nachmittags haben die beiden uns durchs Städtle geführt. Hübsches Kalamata. Das Wetter war etwas launisch, Sonne und kurze, teils heftige Schauer im Wechsel. Egal. Es fühlt sich hier trotzdem nach Frühling an. Der Hibiskus blüht, es duftet immer wieder nach Orangen- und Zitronenblüten. Wunderbar.

Kalamata – Ormos Dirou
Wir ankern dort als einziges Boot und werden über Nacht bleiben. Am Nachmittag sind wir durch eine beeindruckende Tropfsteinhöhle gepaddelt. Tolles Erlebnis. Im Anschluss haben wir die Badesaison eröffnet. Frisch, aber schön.

Ormos Dirou – Kapsáli/Kithira
Was für eine unruhige Nacht, wir hatten bis zu einem Meter Schwell in der Bucht. Da konnte der Tag nur noch besser werden – und er wurde prima! Ein ordentlicher Segelschlag zur Insel Kithira. Unterwegs wurden die Wellen immer ein bisschen höher,aber wir kamen gut voran. Ab und zu durfte der Gennaker uns ein bisschen ziehen. Das war ein feiner Segeltag. Heute Nacht geht in unserer Ankerbucht in Kapsáli zwar ein böiger Wind, aber wir haben keinen Schwell.
Unser Tag startet mit einem erfrischenden Bad im Meer. Wir gönnen uns ein Sonntagsfrühstück auf der Belle und laufen dann von der goldigen Uferpromenade hoch zum alten Kastell und der Inselhauptstadt. Imposante Ausblicke inklusive! Am Abend lassen wir den Tag im „Goldfisch“ kulinarisch perfekt ausklingen. Südseefeeling … wenns nur bissi wärmer wäre!

Kapsáli – Monemvasia
Wieder ein früher Start aus der Ankerbucht von Kapsáli. Der Wind weht perfekt für unseren Schlag nach Monemvasia. Zuerst lacht und die Sonne und dann das Angelglück: ein kleiner Thun am Haken, das Abendessen ist gesichert. Wir kommen in Monemvasia an, bevor der Wind dreht. Perfekt! Wir sichern die Belle vor dem angesagtem Nordostwind und machen einen Abstecher in die Altstadt. Sehr sehenswert. Viele verwinkelte kleine Gässchen mit Kirchen, kleinen Geschäften und Cafés/Bars.
Monemvasia, das Gibraltar des Ostens, verdient es einen Tag hier zu verweilen. Wir erklimmen das Fort oberhalb der Stadt, erkunden dort jede Mauerritze und gemießen immer wieder den atemberaubenden 360° Ausblick. Der alte Leuchtturm, der Blick zum Hafen, die alten Gemäuer … faszinierend.

Monemvasia -Avlemonas
Der Tag beginnt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück mit frischem, selbstgebackenen Brötchen. Nach dem Frühstück ablegen und wieder zurück auf die Insel Kithira, dieses Mal in die Bucht vor Avlemonas. Es herrscht überwiegend raumer Wind und wir kommen super voran. Kurz vor der Insel passiert uns tatsächlich ein Sonnenschuss, Strömungsabriss am Ruderblatt…da waren wir wohl bissi zu schnell. Pünktlich zum Ankermanöver geht ein kurzer Regenschauer nieder.

Avlemonas – Chania
Frühstart: um 05:45 Ankerauf, wir haben einen langen Segeltag vor uns, Kurs auf Chania /Kreta. Wir haben gute Segelbedingungen und kommen gut voran. Etliche Möwen zeigen ihre Flugkünste, in der Entfernung schwimmt eine Delfinschule und kurz vor Chania sehen wir noch eine Schildkröte, die sich aber nicht sonderlich für uns interessiert. Nun endlich unser erstes ‚echtes‘ r.k. Anlegemanöver mit Buganker.

Chania
Landtag in Chania. Geplant war, dass wir heute zu viert durch die Altstadt schlendern aber Aeolos hat etwas dagegen und pustet, was er kann. Bernd hält Ankerwache auf dem Boot. Deswegen gehen wir zu dritt in die Stadt und kaufen auf dem örtlichen Markt ein. Welch wunderbare Gerüche! Unten wimmelt es auf dem Markt und im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge zu sehen. Morgen wollen wir nochmals losziehen und die Stadt weiter erkunden. Dabei steht Sightseeing auf unserem Programm. Wir stromern kreuz und quer durch die Gassen der hübschen Altstadt. Es ist Sonntag und überall sind die Familien zusammen unterwegs. Wir gönnen uns einen kleinen Imbiss in einem Straßencafé. Was für eine angenehme Atmosphäre.

Chania – Gramvousa
Das Anglerglück beschert uns wieder ein feines Abendessen, frischer gehts nicht. Und auch ansonsten war es ein schöner Segeltag. In der Bucht von Gramvousa erleben wir noch einen herrlichen Abend mit romantischem Sonnenunter- und Mondaufgang.

Liegetag auf Gramvousa
Am Morgen windet und schwellt es heftig, also erstmal kein Landgang. Gegen Mittag wirds dann ruhiger. Wir steigen zum alten Kastell auf und genießen die phänomenale Aussicht von oben und die mediterrane Vegetation. Im Anschluss bringt uns unser Hündchen zum bekannten Badestrand von Balos auf der anderen Seite der Bucht. Seichtes, türkises Wasser, schöner, manchmal rosafarbener Sand – wir verstehen, dass hier in der Saison der Bär steppt. Zurück an Bord üben wir gemeinsam „Strickliesel für Segler“ … und spleissen ein paar Softschäkel, kann man immer brauchen.

Gramvousa – Chania
Bei einem Segelmanöver fangen wir mit der ausgebrachten Angel unser eigens Boot, saublöd. Wir machen einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Chania um uns das Malheur anzuschauen – und es ist tatsächlich der Worse-Case: wir haben uns ein riesiges Stück der Angelschnur um unseren Propeller gewickelt. Mist. Karin ist die Heldin des Tages und schafft es bei einem Tauchgang, den Großteil der Schnur wieder rauszufummeln und abzuwickeln. Den Rest schafft Bernd, wir sind die Buddies. Fingers crossed, dass nix kaputt gegangen ist!

Vielen Dank der Crew der Belle für die wunderbare Zeit mit euch an Bord.

Unter Segel von Neapel nach Elba

Unser Segelurlaub beginnt jedoch im Nachtzug nach Neapel über Venedig. Aus Kostengründen haben wir keinen Schlafwagen sondern ein Sitzabteil, allerdings ohne Wagon … in Stuttgart bekommen wir von der ÖBB die Info das ausgerechnet unser Wagon fehlt und wir in Salzburg den Zug wechseln müssen (halb zwei nachts). Nix mit ‚Entspannt im Nachtzug reisen‘. Doch wir kommen am nächsten Morgen fast pünktlich in Venedig an und steigen um in den Schnellzug nach Neapel. Dann noch den Transfer mit Bus und Fähre nach Procida und schon können wir auf der ‚Carissima‘ anheuern. Gesamtreisezeit ca.24h, Kosten 100,-€/Person.
Die folgenden Bilder erzählen die weitere Geschichte, deshalb hier nur eine kurze Beschreibung der Fahrtroute: Unter Segeln nach Sant Angelo auf Ischia, Ankerbucht mit Fest und Feuerwerk anlässlich des Heiligen San Michele. Wenn wir uns vorher informiert hätten das der Heilige sein Zuhause in Sant Angelo hatte, wären wir weniger überrascht gewesen und sicher mit dem Beiboot an Land gefahren um an dem Fest teilzunehmen … Nach einer unruhigen Nacht vor Anker mit starkem Schwell in der Bucht, weiter nach Ventotene in den Porto Vecchio. Hübsches Örtle mit Badestrand und Gassen zum schlendern, aber auch hier Inselpreise. Weiter nach Ponza, dort suchen wir uns einen feinen Ankerplatz an der Nordwestküste ‚La Caletta‘ um dann am nächsten Tag in einem langen Schlag mit feinem Wind von achtern bis nach Ostia bei Rom zu kommen. Eine gute Entscheidung wie die kommenden windigen Tage uns zeigen. In Böen werden bis zu 12 Windstärken gemessen. Doch bevor die Welle richtig aufbaut, kommen wir noch gut rein. Wir liegen sicher vertäut im Hafen, bei 45,-/Tag auch noch günstig. Das die Einfahrt bei auflandigem Wind nicht so trivial, ist zeigt dieses Video.
Wir nutzen die Liegetage für einen Ausflug ins Antike Ostia, für 18,-€ kann man die Grundmauern aus der Römerzeit bestaunen. Zeit sollte man mitbringen, wir waren aber nach 3 Stunden ziemlich platt.
Das Wetter bessert sich, doch schon in 2 Tagen soll es wieder heftiger wehen. Also Kurs Giglio, knapp 80 Seemeilen mit einer Nachtfahrt. Bis in den frühen Morgen schwachwindig unter Segel, zeitweise ein rumdümpeln, dafür ist aber Ruhe im Schiff. Bis Capel Rosso, der markanten Südspitze der Insel mit Maschinenfahrt um dann bei aufkommenden Wind erneut die Segel zu setzen um die Ankerbucht Giglio Campese an der Nordwestküste anzusteuern. Nach einem Badetag vor Anker und einer windigen Nacht, jedoch ohne Schwell nehmen wir direkten Kurs auf Portoferraio. So fliegen wir mit 6kn vor dem Wind die 40sm um die Insel Elba herum. Patrice freut sich riesig über die Rückkehr ’seiner‘ Carissima nach 4 Wochen Segelreise.
Nach zwei weiteren Liegetagen bei böigem Wetter genießen wir ‚einfach segeln‘ vor Portoferraio und testen dabei die Aufmerksamkeit der Fährenkapitäne 😉
Am Samstag heisst es dann mal wieder packen und Abschied nehmen … Danke Carissima, Danke Peter&Sonja, Danke La Familia Buechi

Eselwandern im Hochschwarzwald

E.N.D. so wie vor 5 Jahren 💕 … nur diesmal zu viert. Beim Adamshof im Südschwarzwald treffen wir uns morgens um 9 mit unseren Begleiterinnen Lotte und Jorinde. Wir kennen uns von einer Tagestour … das war vor 3 Jahren.

Striegeln, Packsattel drauf, noch ein kurzer Blick in die Karte und auf geht’s in Richtung Feldberg. Circa 20km liegen vor uns, so der Plan … von dem die Eselchen aber nix wissen. Interessiert sie auch nicht, eher das viele Grünfutter rechts und links des Weges.

Wir passen unseren Plan ein bisschen an, nehmen den kürzeren Weg über den Rinkensattel, am Feldsee und dem Reimatihof vorbei. Wunderbare Ausblicke und immer wieder Zeit zum schauen, die Esel geben meist das Tempo vor, das ist mal flott aber auch mal nicht.

Nach 15km gegen 18:00 erreichen wir unser Ziel, die Altenvogtsmühle bei Hinterzarten. Erst Eselchen versorgen und dann uns … duschen im Garten, Grill anheizen und einen Schlafplatz für die Nacht erkunden. Wir könnten auch bei den Eseln auf der Koppel schlafen, da hat Franzi einen Bauwagen hergerichtet, ist uns aber zu schattig im Tal. Hinter der Pferdekoppel, oben auf dem Hügel gibt es eine frisch gemähte Wiese. Tausend Sterne und am Morgen der Sonnenaufgang, das ist es 💕

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns es bleibt aber Zeit die Äuglein nochmal kurz zu schließen. Gegen acht gibt’s dann Frühstück für alle. Anschließend besprechen wir den Rückweg, heute soll es zum Matisleweiher gehen dann weiter zum Häuslebauernhof und über die Bangallihöhe zum besten Aussichtsgipfel, dem Hinterwaldkopf. Beim Weiher ein kleiner Badestop, die nächste größere Pause dann erst an am Hinterwaldkopfsattel. Der Gipfel bleibt uns durch Weidezäune versperrt, also aussen rum. Auch unser geplanter Abstieg ins Zastlertal ist versperrt, dann halt weiter zum Häusleberg und dann zügig runter über einen schmalen Bergpfad der unserer Wandergruppe nochmal alles abverlangt. Dank unserer eigenen Kondition und der Coolness unserer Esel sind wir dann gegen acht wohlbehalten am Adamshof und haben viel zu erzählen 😜

info@eselwandern-suedschwarzwald.de

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