🐾 Zwei auf Reisen

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Bettinas Skippertraining Helgoland 2026

Samstag, 18.April – Glückstadt

Gestern hat mich die Deutsche Bahn ungewöhnlich zuverlässig längs durch Deutschland an die Elbe nach Glückstadt gebracht. Hier bin ich jetzt an Bord der SY Lord Ganesh gegangen. Mit drei anderen Mitseglern und Skipper Pauli wollen wir die Elbe und später die Nordsee bis Helgoland erkunden. Ich freue mich drauf!

Heute bleiben wir hier, schlagen noch die Genua an und lernen unseren Lord kennen. Der Wind passt nicht für den Weg nach Cuxhaven. Also bleiben wir heute Nacht im Außenhafen und legen morgen mit dem ablaufenden Strom gegen 0630 ab.

Sonntag, 19.April – Cuxhaven

Wir kreuzen über die Elbe nach Cuxhaven. Vor Cuxhaven üben wir noch ein paar Manöver, bevor wir vor dem stärker werdenden Strom in den Hafen flüchten. Wahnsinn, wie stark wir dabei vorhalten müssen, um die Einfahrt zu treffen. Das Anlegen klappt leider erst im 2. Versuch….autsch…. Im Hafen tauschen wir nochmal die Vorsegel und schlagen statt der Genua die Fock an, da es morgen doch mehr Wind geben soll. Den Abend lassen wir im Restaurant am Hafen und anschließend auf dem Lord ausklingen.

Montag, 20.April – Auf nach Helgoland!!

Heute gilt es! Nachdem die Wettervorhersagen zuerst gar keinen Wind, dann doch Wind, dann heftigen Regen mit bft6 vorhergesagt hat, haben wir gestern Nachmittag entschieden, denn großen Regen der Kaltfront durchziehen zu lassen und erst nachmittags gegen 1500 abzulegen. AUSSCHLAFEN ?!!! Wunderbar, denn davor war Ablegen gegen 0600 geplant. Wir nutzen den Vormittag für ein ausgedehntes Frühstück und anschließender Motor-und Wetterkunde. Im Anschluss binden wir doch noch das 2. Reff ins Großsegel und legen ab. Gleich nach der Ausfahrt aus dem Cuxhavener Hafen zeigt sich die Elbe ziemlich kabbelig, anfangs steht noch etwas Strom gegen den Wind. Nach kurzer Fahrt hart am Wind können wir auf halben, später auch auf raumen Kurs gehen. In der Nordsee werden die Wellen dann etwas länger. 1,5 bis 2mWelle und stramme 6 Windstärken, in Böen 7 bringen uns die ein oder andere Dusche ein. Klasse wars!! Spannend, weil sehr ruppig, war dann aber wieder die Einfahrt in den Hafen von Helgoland. Gut, dass wir unseren Skipper Pauli dabei haben! Inzwischen liegen wir aber gut vertäut auf dem letzten Liegeplatz im Hafen. Leider mit ziemlich Schwell. Lässt sich nicht ändern. Christian hat ein leckeres Essen für alle gezaubert. Wahrscheinlich wird der Abend heute nicht mehr allzu lange werden, alle sind ziemlich müde.


Dienstag, 21.April – Helgoland

Wir haben einen Sightseeingtag auf Helgoland eingelegt. Bei strahlendem Sonnenschein und fast spiegelglatter Nordsee machen wir einen Rundgang über die Hauptinseln und bestaunen die brütenden Basstölpel, Lummen und Austernfischer und informieren uns über die wechselhaften Geschichte Helgolands. Nach einer kurzen Stärkung machen wir noch eine kurze Fährfahrt zur Düne Helgoland. Dort stolpern wir fast über die Seehunde und Robben, die dort überall am Strand liegen. Faszinierend. Nach einem Abendessen im Restaurant lassen wir den Tag an Bord der Lord Gangesebene ausklingen. Morgen müssen wir tatsächlich etwas früher raus….

Mittwoch, 22.April – Helgoland – Pagensand (bei Glückstadt)

Aus unserem geplanten Ablegemanöver unter Segel wurde leider nichts -kein Wind. So müssen wir 2 Stunden lang den Flautenschieber arbeiten lassen. Zeit für Brettspiele und eine Radareinführung. Aber schließlich kommt der Wind doch noch und so wird es doch noch ein wunderschöner sonniger Segeltag auf überwiegend raumen Kurs die Elbe hinauf. Die großen Pötte, die an uns vorbei ziehen beeindrucken uns schon. Abends genießen wir ein feines Resteessen an Bord an unserem Ankerplatz

Donnerstag, 23.April – Pagensand – Glückstadt

Anker auf nach gemeinsamen Frühstück auf der Elbe. Zunächst ist es nochmal etwas ungemütlich, da der ablaufende Strom der Elbe gegen den NW-Wind (5Bft) steht. Dafür sehen wir unterwegs Nonnengänse und einen Seeadler. Wir kreuzen die Elbe abwärts, bis wir wieder ein bisschen mehr Platz haben und die großen Pötte im Fahrwasser nicht mehr stören. Dann üben wir nochmal Boje über Bord mit Quickstopp. Das ist ne andere Nummer als vor ein paar Tagen bei ruhigem Wasser!! Irgendwann war es dann auch unserem Lord Ganesh genug. Mit einem lauten Schlag reißt uns die Leine von Reff 2! Also genug geübt, das Großsegel eingeholt und nur mit der Fock zurück nach Glückstadt. Dort hat uns Dennis mit einem sensationellen Anlegemanöver an die Pier gezirkelt. Chapeau!! Eigentlich sollte nur eine kurze Kaffeepause folgen und wir wollten weitere Hafenmanöver üben. Aber wir wurden eingeparkt. So war der Törn etwas früher beendet als gedacht. Dafür bin ich zum ersten Mal in den Mast hoch und habe den Radarreflektor wieder befestigt, der davor nur noch auf Halbmast hing. Die Reffleine konnten wir leider nicht austauschen, das an Bord vorrätige Fall war 5m zu kurz….Schade. So lassen wir unser gelungenes Skippertraining im „Anno“ und der „alten Oper“ gediegen ausklingen. Schön war’s! Lehrreich war’s. Danke an die Crew! Danke, Pauli!

Die Regatta der Eisernen 2025

Immer dann, wenn die meisten Boote schon ausgekrant an Land stehen, treffen sich einige Hartgesottene auf Einladung des DSMC zur Regatta der „Eisernen“ vor Konstanz. Das wollte ich dieses Jahr live erleben. Also ab an den Bodensee am letzten Novemberwochenende.

Freitags stand Bootsübernahme in Kressbronn, Proviant bunkern und die Überfahrt auf dem Programm. Nach einem kurzen ‚Schlenker‘ über Meersburg ist unsere Crew komplett: Achim, Mario, Michael, Regine, Rene, Urs. Dann die Nachtansteuerung von Konstanz. Ein Lichtermeer mit der strahlenden Imperia im Mittelpunkt weist uns den Weg zur Hafeneinfahrt des DSMC.
Ein passender Liegeplatz für unsere Bavaria 36 ‚Via Cosi‘ ist schnell gefunden. Nicht ganz so schnell finden wir ein Restaurant mit Platz für die gesamte Crew. Es sind immerhin 500 Segler in der Stadt unterwegs und es ist zudem das erste Adventswochenende.
Nach einer ersten ziemlich kalten Nacht folgt ein straffes Programm am Morgen. Check-In und Startnummer holen, Frühstück im Lago, Regatta- Briefing vor dem Clubhaus des DSMC. Boot klarieren, Regattaanweisung, Streckenführung, Wind studieren – alles das gehört zum Einsegeln vor dem eigentlichen Start kurz nach 12:00Uhr. Dem Gedränge an der Startlinie können wir ganz gut entkommen, kurz vor der Linie nehmen wir uns bissi zurück ,denn ein Frühstart würde mit 30% Zeitstrafe geahndet. Das Startsignal ertönt und schon beginnt das Gerangel. Es dauert nicht lange bis wir ‚Raum!!‘ rufen; ein anderes Boot, welches uns ausweichen müsste, kommt uns sehr nahe und wir müssen deren Rumpf weg drücken, um eine Kollision zu vermeiden. Trotz des schwachen Winds kommen wir gut voran und schieben uns auf Platz 15. Auch wir kennen die Regeln (denken wir zumindest 😉, dazu später). Immer wieder müssen auch andere Boote uns ausweichen und verlieren dadurch Höhe, Kurs und zuletzt auch Plätze. Nach dem Runden der Luvtonne, eine Roboboje, segeln wir einen für uns nachteiligen Kurs, da unser Vorsegel einfach zu klein und zu schwer für Schwachwind ist. Doch dieses Handicap haben alle in unserer Startgruppe.
Die letzte Bahn läuft wieder besser, eine angekündigte Bahnverkürzung wird nicht durchgesetzt und wir können uns gut freihalten für die letzte Wende. Nun wird uns auch noch unser tiefer Kiel mit fast 2 Metern zum Nachteil. Wir müssen vorzeitig ein Manöver fahren da der Tiefenmesser nur noch 2,05 anzeigt. Eine Zieldurchfahrt ist ohne ein weiteres Manöver somit nicht möglich, wir können nicht genug ‚Höhe kneifen‘, trotz aller Tricks und perfektem Steuern. Wir haben nur ein Boot aus unserer Wertungsgruppe vor uns, schon seit 2h immer um die 4-5 Bootslängen. Kurz vor dem Ziel wendet die ‚Saphira‘ unerwartet, wahrscheinlich denken sie, sie haben die Ziellinie schon überquert und berühren kurze Zeit später die Tonne. Ein Regelverstoß der zur Disqualifikation führt, wenn es jemand sieht und Protest einlegt. Wir entscheiden uns, das zu tun, allerdings verlassen wir uns auf den schriftlichen Protest. Später erfahren wir jedoch von der Regagttaleitung, dass ein Protest direkt vor Ort mit der Roten Flagge und dem Ruf ‚Protest‘ angezeigt werden muss. Das wissen wir nicht und so kommt unser Protest nicht zur Anhörung. Doch immerhin ein beachtlicher Platz 2 von 5 in unser Wertungsgruppe und ein 18.Platz von über 30 in unserer Startgruppe.
Unsere Crew entschließt sich, den Tag auf dem See ausklingen zu lassen. Mit der untergehenden Sonne segeln wir eine Stunde später zurück nach Konstanz. Perfektes Ambiente für ein geistiges Getränk 😉.

Kleine Bodensee Runde

Erneuter Versuch in einer Woche den See zu umrunden. Im Sommer ne kleine Herausforderung, denn oft fehlt es am Wind. Nachdem wir 2021 immerhin von Langenargen bis nach Lindau und zurück gesegelt sind, starten wir einen neuen Versuch … in die andere Richtung. Ziel ist mindestens Sipplingen … und zurück.

Nach dem ziemlich verregneten Uferfest Wochenende starten wir erst am Dienstag mit Ziel Meersburg und dann zur Insel Mainau. Unsere Segelyacht Antares, eine Focus 30, hat einen kleinen Anker an Bord, ohne Winsch, daher nur mit Ankerleine. Vollkommen ausreichend bei gutem Wetter. Also fällt der Anker in der zweiten Nacht vor der Mainau. Weiter gehts mit reichlich Wind auf die Nase bis nach Sipplingen. Überall bleibt uns auch Zeit für einen kleine Spaziergang an Land. Die meiste Zeit jedoch verbringen wir auf dem Wasser.

Und schon müssen wir wieder den Rückweg antreten. Kurs FN, dort fällt vor dem Ried unser Anker, nicht ganz einfach auf 5m Tiefe einen Platz ohne Bewuchs zu finden, das Manöver dauert fast ne halbe Stunde. Die Geduld lohnt sich aber, denn am Ende haben wir keine Pflanzen rausgerissen und der Anker hält wunderbar.

Mit Freunden verbringen wir noch das Wochenende auf ihrem Böötle und ankern im Löchle, östlich Lindau. Dort gibt es einen schönen Grillplatz, den wir schwimmend erreichen können. Ein wunderbarer Abschluss unserer kleinen Bodenseerunde.

Kreta 2025

Unsere Route mit der „Toujours Belle“: Kalamata-Ormos Diros Mani-Kapsali (Kethira)-Monemvasia-Avlemonas Kethira)-Chania-Gramvousa-Balos Beach-Chania

Nach einem frühem Start in München und kurzweiligen Flug sind wir gegen Mittag in Kalamata gelandet. Nach kurzer Taxifahrt zum Hafen gab’s ein fröhliches Wiedersehen mit Karin und Bernd auf der Toujours Belle. Nachmittags haben die beiden uns durchs Städtle geführt. Hübsches Kalamata. Das Wetter war etwas launisch, Sonne und kurze, teils heftige Schauer im Wechsel. Egal. Es fühlt sich hier trotzdem nach Frühling an. Der Hibiskus blüht, es duftet immer wieder nach Orangen- und Zitronenblüten. Wunderbar.

Kalamata – Ormos Dirou
Wir ankern dort als einziges Boot und werden über Nacht bleiben. Am Nachmittag sind wir durch eine beeindruckende Tropfsteinhöhle gepaddelt. Tolles Erlebnis. Im Anschluss haben wir die Badesaison eröffnet. Frisch, aber schön.

Ormos Dirou – Kapsáli/Kithira
Was für eine unruhige Nacht, wir hatten bis zu einem Meter Schwell in der Bucht. Da konnte der Tag nur noch besser werden – und er wurde prima! Ein ordentlicher Segelschlag zur Insel Kithira. Unterwegs wurden die Wellen immer ein bisschen höher,aber wir kamen gut voran. Ab und zu durfte der Gennaker uns ein bisschen ziehen. Das war ein feiner Segeltag. Heute Nacht geht in unserer Ankerbucht in Kapsáli zwar ein böiger Wind, aber wir haben keinen Schwell.
Unser Tag startet mit einem erfrischenden Bad im Meer. Wir gönnen uns ein Sonntagsfrühstück auf der Belle und laufen dann von der goldigen Uferpromenade hoch zum alten Kastell und der Inselhauptstadt. Imposante Ausblicke inklusive! Am Abend lassen wir den Tag im „Goldfisch“ kulinarisch perfekt ausklingen. Südseefeeling … wenns nur bissi wärmer wäre!

Kapsáli – Monemvasia
Wieder ein früher Start aus der Ankerbucht von Kapsáli. Der Wind weht perfekt für unseren Schlag nach Monemvasia. Zuerst lacht und die Sonne und dann das Angelglück: ein kleiner Thun am Haken, das Abendessen ist gesichert. Wir kommen in Monemvasia an, bevor der Wind dreht. Perfekt! Wir sichern die Belle vor dem angesagtem Nordostwind und machen einen Abstecher in die Altstadt. Sehr sehenswert. Viele verwinkelte kleine Gässchen mit Kirchen, kleinen Geschäften und Cafés/Bars.
Monemvasia, das Gibraltar des Ostens, verdient es einen Tag hier zu verweilen. Wir erklimmen das Fort oberhalb der Stadt, erkunden dort jede Mauerritze und gemießen immer wieder den atemberaubenden 360° Ausblick. Der alte Leuchtturm, der Blick zum Hafen, die alten Gemäuer … faszinierend.

Monemvasia -Avlemonas
Der Tag beginnt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück mit frischem, selbstgebackenen Brötchen. Nach dem Frühstück ablegen und wieder zurück auf die Insel Kithira, dieses Mal in die Bucht vor Avlemonas. Es herrscht überwiegend raumer Wind und wir kommen super voran. Kurz vor der Insel passiert uns tatsächlich ein Sonnenschuss, Strömungsabriss am Ruderblatt…da waren wir wohl bissi zu schnell. Pünktlich zum Ankermanöver geht ein kurzer Regenschauer nieder.

Avlemonas – Chania
Frühstart: um 05:45 Ankerauf, wir haben einen langen Segeltag vor uns, Kurs auf Chania /Kreta. Wir haben gute Segelbedingungen und kommen gut voran. Etliche Möwen zeigen ihre Flugkünste, in der Entfernung schwimmt eine Delfinschule und kurz vor Chania sehen wir noch eine Schildkröte, die sich aber nicht sonderlich für uns interessiert. Nun endlich unser erstes ‚echtes‘ r.k. Anlegemanöver mit Buganker.

Chania
Landtag in Chania. Geplant war, dass wir heute zu viert durch die Altstadt schlendern aber Aeolos hat etwas dagegen und pustet, was er kann. Bernd hält Ankerwache auf dem Boot. Deswegen gehen wir zu dritt in die Stadt und kaufen auf dem örtlichen Markt ein. Welch wunderbare Gerüche! Unten wimmelt es auf dem Markt und im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge zu sehen. Morgen wollen wir nochmals losziehen und die Stadt weiter erkunden. Dabei steht Sightseeing auf unserem Programm. Wir stromern kreuz und quer durch die Gassen der hübschen Altstadt. Es ist Sonntag und überall sind die Familien zusammen unterwegs. Wir gönnen uns einen kleinen Imbiss in einem Straßencafé. Was für eine angenehme Atmosphäre.

Chania – Gramvousa
Das Anglerglück beschert uns wieder ein feines Abendessen, frischer gehts nicht. Und auch ansonsten war es ein schöner Segeltag. In der Bucht von Gramvousa erleben wir noch einen herrlichen Abend mit romantischem Sonnenunter- und Mondaufgang.

Liegetag auf Gramvousa
Am Morgen windet und schwellt es heftig, also erstmal kein Landgang. Gegen Mittag wirds dann ruhiger. Wir steigen zum alten Kastell auf und genießen die phänomenale Aussicht von oben und die mediterrane Vegetation. Im Anschluss bringt uns unser Hündchen zum bekannten Badestrand von Balos auf der anderen Seite der Bucht. Seichtes, türkises Wasser, schöner, manchmal rosafarbener Sand – wir verstehen, dass hier in der Saison der Bär steppt. Zurück an Bord üben wir gemeinsam „Strickliesel für Segler“ … und spleissen ein paar Softschäkel, kann man immer brauchen.

Gramvousa – Chania
Bei einem Segelmanöver fangen wir mit der ausgebrachten Angel unser eigens Boot, saublöd. Wir machen einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Chania um uns das Malheur anzuschauen – und es ist tatsächlich der Worse-Case: wir haben uns ein riesiges Stück der Angelschnur um unseren Propeller gewickelt. Mist. Karin ist die Heldin des Tages und schafft es bei einem Tauchgang, den Großteil der Schnur wieder rauszufummeln und abzuwickeln. Den Rest schafft Bernd, wir sind die Buddies. Fingers crossed, dass nix kaputt gegangen ist!

Vielen Dank der Crew der Belle für die wunderbare Zeit mit euch an Bord.

Unter Segel von Neapel nach Elba

Unser Segelurlaub beginnt jedoch im Nachtzug nach Neapel über Venedig. Aus Kostengründen haben wir keinen Schlafwagen sondern ein Sitzabteil, allerdings ohne Wagon … in Stuttgart bekommen wir von der ÖBB die Info das ausgerechnet unser Wagon fehlt und wir in Salzburg den Zug wechseln müssen (halb zwei nachts). Nix mit ‚Entspannt im Nachtzug reisen‘. Doch wir kommen am nächsten Morgen fast pünktlich in Venedig an und steigen um in den Schnellzug nach Neapel. Dann noch den Transfer mit Bus und Fähre nach Procida und schon können wir auf der ‚Carissima‘ anheuern. Gesamtreisezeit ca.24h, Kosten 100,-€/Person.
Die folgenden Bilder erzählen die weitere Geschichte, deshalb hier nur eine kurze Beschreibung der Fahrtroute: Unter Segeln nach Sant Angelo auf Ischia, Ankerbucht mit Fest und Feuerwerk anlässlich des Heiligen San Michele. Wenn wir uns vorher informiert hätten das der Heilige sein Zuhause in Sant Angelo hatte, wären wir weniger überrascht gewesen und sicher mit dem Beiboot an Land gefahren um an dem Fest teilzunehmen … Nach einer unruhigen Nacht vor Anker mit starkem Schwell in der Bucht, weiter nach Ventotene in den Porto Vecchio. Hübsches Örtle mit Badestrand und Gassen zum schlendern, aber auch hier Inselpreise. Weiter nach Ponza, dort suchen wir uns einen feinen Ankerplatz an der Nordwestküste ‚La Caletta‘ um dann am nächsten Tag in einem langen Schlag mit feinem Wind von achtern bis nach Ostia bei Rom zu kommen. Eine gute Entscheidung wie die kommenden windigen Tage uns zeigen. In Böen werden bis zu 12 Windstärken gemessen. Doch bevor die Welle richtig aufbaut, kommen wir noch gut rein. Wir liegen sicher vertäut im Hafen, bei 45,-/Tag auch noch günstig. Das die Einfahrt bei auflandigem Wind nicht so trivial, ist zeigt dieses Video.
Wir nutzen die Liegetage für einen Ausflug ins Antike Ostia, für 18,-€ kann man die Grundmauern aus der Römerzeit bestaunen. Zeit sollte man mitbringen, wir waren aber nach 3 Stunden ziemlich platt.
Das Wetter bessert sich, doch schon in 2 Tagen soll es wieder heftiger wehen. Also Kurs Giglio, knapp 80 Seemeilen mit einer Nachtfahrt. Bis in den frühen Morgen schwachwindig unter Segel, zeitweise ein rumdümpeln, dafür ist aber Ruhe im Schiff. Bis Capel Rosso, der markanten Südspitze der Insel mit Maschinenfahrt um dann bei aufkommenden Wind erneut die Segel zu setzen um die Ankerbucht Giglio Campese an der Nordwestküste anzusteuern. Nach einem Badetag vor Anker und einer windigen Nacht, jedoch ohne Schwell nehmen wir direkten Kurs auf Portoferraio. So fliegen wir mit 6kn vor dem Wind die 40sm um die Insel Elba herum. Patrice freut sich riesig über die Rückkehr ’seiner‘ Carissima nach 4 Wochen Segelreise.
Nach zwei weiteren Liegetagen bei böigem Wetter genießen wir ‚einfach segeln‘ vor Portoferraio und testen dabei die Aufmerksamkeit der Fährenkapitäne 😉
Am Samstag heisst es dann mal wieder packen und Abschied nehmen … Danke Carissima, Danke Peter&Sonja, Danke La Familia Buechi

Ansegeln+ 2024

Für den Start in die Segelsaison 2024 haben wir uns das Revier der Dänischen Südsee ausgesucht. Das Revier liegt südöstlich Fünen und ist geprägt von vielen kleinen Inseln und Flachwasser. Eine Dehler 34 steht uns zur Verfügung und zwei Segelfreunde aus Nürnberg werden uns begleiten.

Bevor wir jedoch von Flensburg aus starten, werden wir mit den Seebären einen Teil der Mola Flotte von Breege nach Flensburg überführen … alle Jahre wieder ein anstrengendes aber erlebnis- und lehrreiches Unterfangen. Mit der ‚Gerburg‘, eine Bavaria 34 und unseren Mitseglern Christoph und Marcel starten wir am Samstag nach der Crewbesprechung in Richtung Flensburg über Gedser, Bagenkop und Glücksburg. Knapp 160 sm liegen vor uns. Bei zum grossen Teil achterlichen Winden, Sonnenschein aber auch Graupelschauern sind wir mit 7kn Fahrt über Grund (max 9,9kn) flott unterwegs. Alles flutscht, nix geht zu Bruch und wir können das Böötle am Dienstag an den Stützpunkt Flensburg übergeben.

Jetzt beginnt unser Dänemark Urlaub. Neue Yacht übernehmen, einkaufen, alles stauen, mit dem Schiff vertraut machen und auf unsere Mitsegler Renè und Michael warten. Wir haben keine feste Route geplant, wollen nach Wind und Laune jeden Tag aufs neue unser Ziel festlegen. Wir müssen nur beachten, das wir in einer Woche wieder hier in Flensburg sein sollten.

Am ersten Tag lernen wir Sønderborg kennen, da gibt es eine Kneipe, das SKAAL mit sagenhaften 24 Biersorten vom Fass. Natürlich probieren wir nicht alle Sorten, aber ein Dänisches soll es schon sein.

Der nächste Tag bringt uns durch den Alssund, begleitet von Schweinswalen erreichen wir am frühen Abend die Bucht von Dyvig. Vor dem Abendessen (es gibt Linsencurry) leibt noch Zeit für einen Spaziergang rund um den Hafen.

Tag 3 hält uns der Regen zunächst in Dyvig fest, am Mittag klart es auf und wir nehmen Kurs auf Lyø. Nach 24sm ankern wir in Lee an der Norwestspitze der Insel. Bei Temperaturen um die 8 Grad und sternenklarem Himmel geniessen wir diesen traumhaften Ankerplatz.

Ausschlafen auch an Tag 4, erst gegen Mittag lichten wir den Anker und nehmen Kurs auf Ærøskøbing. Bei 3 Windstärken rauschen wir die 24 Seemeilen durch nahezu freies Wasser und machen nach 5 Stunden im Seglerhafen von Ærøskøbing fest. Spannend war hier die Ansteuerung da die Fahrwassertonnen erst ab Mai gesetzt werden. Geräucherte Makrele, Hering und Ærø Bier füllen die hungrigen Seglermägen. Danach bleibt noch Zeit für einen ausgedehnten Strandspaziergang zu den bunten Strandhuset am Badestrand. Auch das erste Eis des Jahres gibt es hier.

Leider müssen wir uns schon wieder auf den Rückweg machen, Zwischenziel ist noch einmal Sønderborg. Vor uns liegen 31sm, bei 4 bft für unsere kleine Dehler perfekte Bedingungen. Das Beste aber: heute das erste Frühstück ohne unsere Webasto Standheizung! Es wird Sommer!

Noch einmal Ausschlafen da der Wind erst am Mittag günstig weht. 21sm durch die Flensburger Förde mit den Speziellen Windverhältnissen Scherungen, Leitplanken-, Kapeffekte und Düsen segeln wir unter Vollzeug, manchmal flott mit 7kn machmal auch nicht wenn Windscherungen uns bis zum Stillstand bremsen. Taktikfehler 😉

Nach 136 sm geht unser erster Törn in die Dänische Südsee viel zu schnell zu Ende. Klar ist wir kommen wieder.

Rund Rügen+ 2023

Der erste Tag begann direkt mit einem Hafenlieger, da die Übernahme bissi länger dauerte. Tag zwei begrüsste uns mit dickem Nebel, Zeit für Hafenmanöver um auch die Eigenschaften der Dehler kennenzulernen. Am Nachmittag wurde die Sicht besser und ein kurzer Schlag unter Maschine durch die engen Boddenfahrwasser bis Kloster. Ein nahezu leerer Hafen erwartete uns, Zeit ein bisschen spazieren zu gehen, Ziel war der uns (von See) bekannte Leuchtturm am Dornbusch.
Ohne Hektik begann der dritte Tag. Unter Maschine durch das schmale Fahrwasser in Richtung Norden um dann vor Hiddensee bei achterlichem später halbem Wind die Segel zu setzen. Der kürzere, landschaftlich auch reizvolle Weg zwischen Hiddensee und Rügen wäre auch möglich gewesen, spannender war aber die Fahrt durch die Barhöfter Rinne. Pünktlich zur Öffnung der Ziegelgrabenbrücke waren wir in Stralsund, also noch schnell durchhuschen und auf der Ostseite den Hafen des YC Dänholm anzusteuern. Auch wenn der YC schon im Winterschlaf war (Teile der Stege waren abgebaut) hätten wir mit unserer Breite von 3,60m Schwierigkeiten gehabt eine passende Box zu finden. Auf freundliche Einladung der SS Dänholm machten wir dann längs an deren Steg fest. WC und Dusche standen im Clubhaus zur Verfügung.
Wir hatten den Wind aus Ost erwartet, aber das es so schwierig werden würde aus dem Strelasund zum Greifswalder Bodden zu kreuzen war dann doch eine seglerische Herausforderung. Der Wind stand für unser Ziel ‚Irgendwo Rügischer Bodden‘ nicht günstig, also neues Ziel Peenemünde. Die Seekarte zeigte eine spannende Ansteuerung, vor Peenemünde ist es ausserhalb der Fahrwasser ziemlich flach, also sauber navigieren und keine Kompromisse eingehen. Vor Ort sollte sich allesweit weniger spektakulär zeigen, da alles sehr gut betonnt war und auch der Seekarte entsprach. Der Nordhafen ist mit seiner Zufahrt Westexponiert, also bestand auch nicht die Gefahr das das Hochwasser der letzten Woche hier sein Unwesen getrieben hat. Das dies nicht auf alle Häfen auf Rügen zutrifft, sollten wir am nächsten Tag erfahren. Aber nun wisst ihr wofür das ‚+‘ im Titel steht: Rügen+Hiddensee+Usedom

Mit dem ersten Tageslicht werfen wir die Leinen los und steuern unser nächstes Ziel Glowe an. Eine ziemlich flotte Fahrt im zweiten Reff wegen durchziehender Squalls mit Windspitzen um die 30 Knoten. Glowe ist bei Südwind einfach anzusteuern, nur der Tiefenmesser zeigte statt der erwarteten 2,20m nur 1,60m (bei 1,55m Tiefgang bissi knapp). Auch hier wieder ein Hafen im Winterschlaf, zur Übernachtung nach einem langen Segeltag jedoch perfekt für uns.
Am nächsten Morgen bläst der Wind weiterhin aus südlicher Richtung, allerdings hat sich eine ziemliche Welle aufgebaut, sodass wir schön durchgeschaukelt werden. Zügig geht es in Richtung Kreidefelsen und um die nördlichste Spitze der Insel, Kap Arkona. Zeit für uns einen guten Schluck Rum mit Rasmus zu teilen. Nach der Ansteuerungstonne Libben, direkt vor der ersten Fahrwassertonne bergen wir die Segel und tuckern gen Süden bis zum Breeger Fahrwasser. Der weiter aus Süden wehende Wind trägt uns -jetzt wieder unter Segel- an der Wittower Fähre vorbei bis zu unserem Ausgangshafen in Breege.
Nach 170sm sind wir wieder ‚daheim‘. Doch wir haben noch einen Tag für den Jasmunder Bodden. Der Tag ist perfekt dafür, auch wenn uns die Zeit nicht mehr für einen Anleger in Ralswiek reicht. Der Bodden selbst bietet viel Platz zum Segeln, kaum Untiefen und wenn dann sind sie gut betonnt. Also geniessen wir einfach den Tag auf dem Wasser. Mit der untergehenden Sonne segeln wir dann gemächlich zurück nach Breege.

Absegeln 2023

Und wieder einmal mit der Mola Flotte von West nach Ost. Auch in diesem Jahr sollte diese Veranstaltung unter einem besonderen Stern stehen. Der Jahrhundert Sturmflut an der Ostsee. Tage zuvor bläst ein kräftiger Wind stetig die Wassermassen gen Westen, sodass Freitag Nacht, dem 20.Oktober 2023 mächtige 2,3m über Normalpegel im Flensburger Hafen stehen. Keine Chance trockenen Fusses zu den Boote zu kommen. Der Start der Flotte gen Breege wird kurzfristig auf den Sonntag verschoben. Auch wenn Mola die Flotte dann erst am Dienstag erwartet, die meisten Crews sind terminlich nicht so flexibel, was den kleineren (langsameren) Booten eine Nachtfahrt einbringt. Wir können uns auf die Schnelligkeit unserer Dehler 38SQ verlassen und planen zumindest einen Stopp in Gedser oder Fehmarn, je nachdem wie der Wind steht.

Am Sonntag gehts dann auch mit vollem Tuch flott aus der Flensburger Förde in Richtung Fehmarn Belt. Die einzige Herausforderung ist die Tunnelbaustelle, kennen wir noch vom letzten Jahr. So dachten wir … vor Gedser bergen wir die Segel, ich habe Mühe das Boot in den Wind zu stellen. Schnell ist klar wir fahren nur noch mit Standgas. Der Bowdenzug ist gerissen. Gemeinsam beraten wir welche Optionen wir haben und kommen nach kurzer Zeit zu der Entscheidung keinen PAN-PAN abzusetzen, sondern einen Notbowdenzug zu installieren. Durch die Löschöffnung des Niederganges führen zwei Bändsel vom Gashebel am Motor nach draussen. Somit kann ein Crewmitglied mit Blickkontakt zum Rudergänger Gas geben oder eben wegnehmen. Per Handy und Funk erläutern wir den Crews in Gedser unser Problem und bitten um Unterstützung beim Anlegen in dem uns unbekannten Industriehafen. Dank der gesamten Crew gelingt es uns unseren Havaristen sicher festzumachen.
Auch der nächste Tag wird wieder spannend, reichlich Schiffsverkehr, VTG queren, dabei viel segeln bei anfangs gutem Wind, wenig motoren, nur die letzten Meilen durch das enge Breeger Fahrwasser und das wieder einmal bei Nacht. Starke Handscheinwerfer helfen beim Navigieren von Tonne zu Tonne.
Irgenwann gegen Mitternacht erreichen wir unseren Heimathafen und können am Fischersteg längs festmachen. Auch dieses Manöver klappt reibungslos, dank der guten Kommunikation an Bord. Die gesamte Crew der ‚4.Welle‘ ist stolz diese Herausforderung bestanden zu haben, auch zu später Stunde gibt es ein Anlegerbier und auch noch was zum Essen.
Wir hoffen das es im nächsten Jahr nicht ganz so turbulent zugeht und wieder Yardstick Regatta gesegelt werden kann.

Nebel im Fehmarn Belt

Nun endlich war es wieder soweit. Nach zwei Jahren behördlich verordneter Zwangspause durfte wieder gemeinschaftlich gesegelt werden. Zum Abschluss der Saison 2022 wollten 26 Yachten von Flensburg nach Breege auf Rügen gebracht werden. Die Mola Flotte wurde in diesem Jahr komplett erneuert, auch wir hatten eine nagelneue Bavaria 41 mit dem Namen Zephir. Schon fesch so ein nagelneues Bootle.

Unsere Route führte uns am ersten Tag 48 Seemeilen nach Bagenkop an der Südspitze von Langeland. Zahlreiche neugierige Schweinswale begleiteten uns immer wieder ein Stück. Der zweite Schlag hatte als Ziel den Seglerhafen in Gedser, 52 Seemeilen teilweise unter Maschine. Nahezu der gesamte Fehmarnsund war an diesem Tag in dicken Nebel gehüllt und die Nebelhornwarnanlage war fast den ganzen Tag im Einsatz. Am Montag war dann unser bester Segeltag, auch wenn wir während der Yardstick-Regatta immer 1,5kn Strom gegenan hatten. Sonnenschein wechselte sich mit Regenschauern ab, mit Einbruch der Dunkelheit jedoch funkelten dann die Sterne um die Wette, eine prima Gelegenheit unser Wissen über Sternbilder aufzufrischen.

Auch wenn die Regatta Ergebnisse zweitrangig sind, waren wir schon bissi stolz auf den 4.Platz in der Gesamtwertung von immerhin 26 gewerteten Booten.

Elba+ 2021

Vor dem Törn

Eine der spannendsten Dinge vor dem Törn ist Karten- und Revierstudium. Hierbei sind ein guter Revierführer sowie eine digitale Seekarte hilfreich.

Unsere Yacht „Surprise“ hat einen Axiom7 Plotter an Bord, somit sollten alle daheim vorbereiteten Wegpunkte leicht zu übertragen sein. Mein Rugged Tablet habe ich natürlich trotzdem dabei.

Eine mögliche Route für 10 Tage seht ihr hier. Allerdings scheinen 300sm für einen Urlaubstörn recht viel, wir werden sehen wohin und wieweit uns der Wind tatsächlich trägt.

Vor dem Törn II

Eines ist aber anders. Corona. Noch nie war eine Törnplanung so von Formularen und Regelungen und Unsicherheiten geprägt wie in diesem Jahr.

Wann darf ich mit welchen Voraussetzungen wohin reisen und wie komme ich zurück? Formulare, Bestätigungen, Erklärungen … und das in einem freien Europa 🙈🙉🙊

Tag 1 – Salivoli

Auch die Anreise ist diesmal anders. Wir starten nicht früh am Morgen sondern am Vorabend, ca. 800 Anreise-km liegen vor uns. In den frühen Morgenstunden, ungefähr die Hälfte der Strecke ist geschafft, gönnen wir uns ein kleines Nickerchen im Auto. Ein leckeres italienisches Frühstück bei Piacenza gibt uns Energie für den Rest der Strecke. Gegen Mittag erreichen wir Salivoli, fit und ausgeruht.

Vor Ort gehts dann gleich zum Charterbüro, in der Hoffnung das wir unsere Yacht etwas eher übernehmen können. Glücklicherweise ist Guido am Telefon erreichbar und noch ehe die gesamte Crew vor Ort ist, können wir mit der Übernahme beginnen.

Kleinere Problemchen am Boot verhindern jedoch ein Auslaufen noch am selben Tag, also machen wir uns einen gemütlichen Abend an Bord und nach einem gründlichen Wetterstudium besprechen wir die nächsten Tage.

Tag 2 – Porto Azzuro

Der erste Schlag führt uns 25 sm gegenan nach Porto Azzuro. Perfekt zum kennenlernen der Segeleigenschaften unserer Yacht. Läuft gut 😉 sodass am Abend noch Zeit für einen Spaziergang rund um die Festung bleibt.

Tag 3 – Fetovaia

Wir erwarten erst morgen günstigen Wind für die Überfahrt nach Sardinien, aber heute passt es einfach noch nicht. Zeit für unsere erste Nacht vor Anker an Elba’s Südküste. Natürlich sind wir nicht alleine in der Bucht von Fetovaia, und doch ist es immer wieder nett anzusehen wie die Besatzungen der ankernden Yachten Neuankömmlinge begrüssen. Die einen winken und freuen sich über neue Nachbarn, während andere aufgeregt an Deck herumhüpfen aus Angst um ihre Ankerkette.

Auch wenn es bis in die späten Abendstunden stärker und südlicher als erwartet in die Ankerbucht bläst, beruhigt sich die See dann doch am Abend und wir haben eine ruhige Nacht und eine fantastischen Sonnenaufgang am nächsten Morgen

Tag 4+5 – Porto Vecchio

Auch wenn heute gut 80 Seemeilen bis Porto Vecchio vor uns liegen, gibt es keinen Grund zu eilen, wir haben den ganzen Tag und auch die ganze Nacht Zeit dafür. Die ersten Meilen bis kurz vor Monte Christo schiebt uns der Diesel, dann aber lebt der Wind auf und wir kommen fast zu schnell voran. Da keiner von uns die Fahrrinne am Zielhafen kennt, wollen wir vermeiden im Dunkeln dort einzulaufen. Nach unseren Berechnungen müsste es aber gerade eben zum Tagesanbruch passen. Natürlich waren wir dann doch vor Sonnenaufgang am Ziel, also Segel wegnehmen und außerhalb der Fahrrinne auf Tageslicht warten.

Die Crew ist von der Nacht noch ein bisschen platt, nicht jeder mag diese Nachtwachen. Also gibt’s ein kleines Frühstück nach dem Festmachen und dann noch eine Mütze Schlaf.

Am Nachmittag ist Zeit für Erkundungen in Porto Vecchio und Proviant bunkern. Unseren ersten Abend auf Korsika genießen wir gemeinsam in einem kleinen Restaurant mit Blick zum Yachthafen und lauschen dabei den Straßenmusikern.

Tag 6 – La Maddalena

Unser Vorhaben die Straße von Bonifacio zu befahren und den gleichnamigen Hafen anzulaufen, müssen wir auf ein anderes Mal verschieben, da am darauffolgenden Tag recht kräftiger Ostwind angesagt ist. Würde bedeuten durch diese Düse kreuzen zu müssen … das lassen wir lieber und entscheiden uns für eine kleine Ankerbucht mitten im Maddalena Archipel.

Also keine 30 Seemeilen vor uns, bleibt nach dem einfahren des Ankers noch Zeit zum Schnorcheln und zumindest mal den Fuß auf Sardisches Festland setzen. Neben uns liegen noch zwei weitere Yachten an diesem traumhaften Platz.

Tag 7 – Camporolo

Heute beginnt der Tag sehr früh für uns. Ohne ein bestimmtes Ziel wollen wir soweit nördlich wie möglich an der Küste Korsikas kommen. Die Mutigsten schwimmen noch im Dunkeln einmal ums Boot, in der Hoffnung das die großen Fische noch schlafen. Für den Tag ist kräftiger Wind aus südlichen Richtungen vorhergesagt, und tatsächlich schafft unsere Dufour 425 stattliche 66 Seemeilen, allerdings schaffen wir es nicht mehr bei Tageslicht in den Hafen von Camporolo. Beim Anlegemanöver springen Fische zur Begrüßung auf den Steg und einem anderen Skipper sogar direkt ins Gesicht. Der war so überrascht von diesem „Angriff“, das er sein Manöver abbrechen musste.

Die späte Stunde und das geplante frühe Aufstehen am nächsten Tag, halten uns aber nicht davon ab, den Tag mit einer Flasche Wein ausklingen zu lassen.

Tag 8+9 – Marciana

Ungefähr 45 Seemeilen bis Marciana. Bei dieser Wettervorhersage nicht die schlechteste Idee Früh los fahren, heißt Früh ankommen um das Hafenmanöver nicht bei zu starkem Wind fahren zu müssen. Die Marina Marciana ist bekannt für ihre starken Fallwinde wenn’s von Süden bläßt … und das tut es schon den ganzen Tag. Und es soll auch am nächsten Tag noch so bleiben. Da liegen wir hier noch am besten.

Bleibt Zeit für einen Ausflug ins Hinterland zum ältesten Ort der Insel, dem Bergdorf Marciana Alta. Bereits 35 vor Christus siedelten hier die Römer.

Am Abend gehen wir nochmal schick italienisch Essen. Direkt am Marktplatz ergattern wir einen der wenigen freien Tische, denn bereits heute sind die ersten Charter Crews mit ihren Yachten vom Festland nach Elba gekommen und beleben die Innenstadt.

Den Liegetag nutzen wir für Spaziergänge, Chillen … und keine Ahnung was noch alles … viel wars nicht 😉

Tag 9 – Salivoli

Die letzten 25 Seemeilen bis Salivoli liegen vor uns. Da wir aber erst am nächsten Morgen unsere „Surprise“ übergeben, bleibt noch Zeit für einen kurzen Badestopp am Capo della Vita. Eine hübsche kleine Surfer-Bucht an der nördlichsten Spitze Elbas.

Nach fast 300 Seemeilen rund Elba, Korsika einmal längs und Sardinien sanft touchiert machen wir am Abend im Heimathafen der „Surprise“ fest. Peter zaubert uns mit seiner berühmten „Peter-Pide“ ein schmackhaftes Abendessen. Und dann geht’s auch schon ans packen, denn am nächsten Morgen wollen wir um zehn von Bord sein und den mühsamen Heimweg antreten.

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