Nach langer Adria-Abstinenz haben wir uns für einen Törn im Revier der Kornaten entschieden. Doch bevor wir für eine Woche an Bord gehen, tauchen wir in Punat ab und machen den OWD Tauchschein bei Hang-Loose-Diving.

Unser Reisemobil ist mal wieder ein Flixbus, der uns hoffentlich entspannt und ausgeruht am nächsten Morgen bis Rijeka bringt. Los geht’s nicht ganz pünktlich gegen 20:00 Uhr ab Karlsruhe mit Zwischenhalten in Stuttgart, Ulm, Augsburg, München, Salzburg und Ljubljana. Pünktlich um 07:30 Ankunft in Rijeka, Zeit für einen Doppio. Und schon geht’s weiter mit dem Arriva Bus nach Punat.

Ein paar Vorräte für unsere Woche in der FeWo und dann erstmal das Bett testen, Mittagsschlaf. Wir sind noch bissi fertig von der Busfahrt heute Nacht. Nach zwei Stunden ist dann aber auch gut und wir machen uns auf den Weg den Strand zu erkunden. Wir entdecken eine kleine Privatbucht zum Baden, sehr erfrischend. Auf dem Heimweg checken wir noch die Lage der Tauchschule und lassen den Abend im Oaza, einem kleinen Restaurant mit Meerblick, gemütlich ausklingen. Bei Burger, Chevapcici und kroatischem Bier, Ozujsko nicht Karlovacko lässt sich der aus- und einlaufende Bootsverkehr von hier wunderbar beobachten.

Früh geht’s raus für uns, um halb neun treffen wir unseren Tauchlehrer Julien und zwei weitere OWD Kandidaten. In allem Neuen wohnt ein Zauber, auch beim Tauchen, und so war auch der Tag geprägt von vielen Übungen im nicht so tiefen Freiwasser. Den Tag lassen wir an der Strandbar ausklingen, Drinks bis zum Sonnenuntergang und das Abendessen gibts dann in unserer FeWo.

Tag 2 OWD, wir haben uns für den Ausflug mit dem Boot entschieden. Julien meint wir sind so gut das er uns das zutraut. Mit nahezu der gesamten Tauchschule samt ihrem Chef Stephan fahren wir heute zur Insel Plavnik. Zwei Tauchspots erwarten uns dort. Heute geht’s dann auch bissi tiefer runter, alles ganz entspannt, immer den Buddy im Blick gewöhnen wir uns weiter an das neue Element. Tintenfische, Oktupussis, klein und große Fischschwärme, beeindruckend! Zwei knapp einstündige Tauchgänge mit einer Mittagspause zum Erholen und Aufwärmen. Zum Abschluss des Tages machen gleich unsere schriftliche Prüfung. Bestanden! Ein weiterer cooler Tag neigt sich dem Ende. Unser Abendessen lassen wir uns heute in der Pizzeria Punat schmecken, Grillteller mit Pommes und gegrillte Calamari mit Mangoldsalat, alles sehr Knofi-lastig, doch fein und reichhaltig. Zum Dessert gibt’s nen Palatschinken aufs Haus 👍

Heute erwarten uns noch einige Übungen um sicher tauchen zu können. Wir starten dazu wieder vom Ufer aus, selber Spot wie am ersten Tag. Jacket im und unter Wasser an und ablegen, Atemgas mit dem Buddy teilen und Buddy tauchen mit dem Octopus. Nein, nicht mit dem Kopffüsser sondern dem Reserve Atemregler den jeder dabei hat. Die Unterwasserwelt zeigt uns heute Knurrhähne, Aale, Seeigel und vieles Mee(h)r. Abends nimmt uns Christian in seinem Auto mit nach Vrbnik auf der Nordostseite der Insel.

Ausschlafen ist angesagt. Der Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Beim gemütlichen Frühstück schmieden wir Pläne für den Tag. Mittagsschlaf, Cappuschi und Eis in der Strandbar, dann spazieren wir in Richtung FKK Strand und finden tatsächlich eine kleine versteckte Badebucht nur für uns. Schnorcheln, sonnen, chillen … Perfekt! Für den Sundowner schnappen wir uns zwei Liegen am Medane Beach. Mit einem Cocktail in der Hand begleiten wir die Sonne auf ihrem Weg ins Bettchen.

Nach dem Tauchen ist vor dem Tauchen, so der Plan. Heute aber kommt erstmal Wasser von oben. Bei einem Spaziergang in Richtung Marina treffen wir die Crew der Tauchbasis beim ausladen. Flucht vor dem herannahenden Gewitter. Wir können uns noch aufs Boot flüchten wo wir dann eine Stunde ausharren. Im nahen Marina Shop erstehen wir noch 10m Dyneema zum ‚basteln‘ und marschieren dann pitschnass zurück zur FeWo.

Packtag für unseren Teil zwei, morgen früh um sechs bringt uns Arriva nach Rijeka und Flixbus über Zagreb nach Skradin. Nach dem gestrigen Gewitter haben wir heute nochmal prima Wetter zum bissi rumlaufen. Wir wollen zu einer kleinen Aussicht am Hügel auf der anderen Straßenseite spazieren. Keine 30min Fußweg mit Aussicht über die Insel und die Bucht. Der Kreuzweg weist uns den Weg bis zu den drei markanten drei weissen Kreuzen, welche 2024 neu errichtet wurden. Wir erweitern unseren Spaziergang und erkunden die weitläufigen Wacholder- und Olivenhaine oberhalb Punats und belohnen unsere ‚Anstrengung‘ mit einem Eis und Cappuccino. Schon an Tag 1 haben wir in der Pizzeria Punat auf der Speisekarte Oktopussalat entdeckt. Den gibt’s zum Abendessen und eine große BBQ Chickenpizza dazu. Beides sehr lecker.

Reisetag. Kurz nach fünf klingelt der Wecker. Erster Stop für gute zwei Stunden direkt in Rijeka. Leider können wir mit unserem Gepäck keine Erkundungstour unternehmen. Für einen Cappuccino im Restaurant Boonker direkt am Hafen reicht’s aber. Kurz nach zehn startet unser Flixbus nach Skradin, bissi verspätet aber wohlbehalten kommen wir gegen 18:00 in Skradin an. Kurzer Spaziergang durch die Altstadt bringt uns auf die ander Seite der Marina, dort liegt die ‚First Love‘ unser Zuhause für die nächsten 7 Tage. Benno und Helene kennen wir schon, Paul, Rico und Daniela gehören auch noch zur Crew. Kennenlernen, Sachen stauen, Duschen, Essen gehen in der Konoba Dalmatino. Hochpreisig wie wir später noch im Vergleich feststellen werden, aber sehr gutes Essen und ein feiner Platz direkt am Dorfplatz.

Wir können ausschlafen! Erst gegen zehn wollen wir starten. Tagesziel für heute ist eine Bucht auf der Westseite der Insel Murter. Eine gute Stunde motoren wir aus dem Canyon, passieren zwei Autobahnbrücken, die schmale Zufahrt nach Sibenik und setzen dann die Segel. Zügig geht’s nach Norden, 15 Seemeilen liegen vor uns bis zur Bucht Cigrada, ein Bojenfeld mit zwei Konobas, eine davon, die Pizzeria Lantana ist unsere Wahl. Selten so fein gegessen, ob Fisch oder Pizza, Thuntartar oder Risotto, alles feinste Küche. Leider gehört das Bojenfeld der anderen Konoba, also kommen die Kosten von 60,-€ on top.

Nach einer ruhigen Nacht starten wir mit einer Runde Schwimmen in den Tag, es ist neblig, die Bora kündigt sich an. Unser Ziel für heute ist Biograd, bei dem Wind keine 3 Stunden. Wir segeln mit 6kn teils über 7 gen Norden. Der Böenkragen über dem Velebit ist deutlich zu sehen. Gut dass wir für heute Nacht in der Marina Kornati liegen werden. Steg 6, LP 23, wir sind die einzigen an diesem riesigen Steg. Zeit für einen Einkauf im Konzum, Altstadtbummel, Eis essen … Urlaub halt. Neben uns liegen später 3 weitere Boote, eins aus Slowenien, eines aus Stuttgart. Gut für uns, so sind wir noch besser vor dem Wind geschützt und können uns ‚anlehnen‘. Biograd selbst ist nicht so groß, alte Architektur finden wir in der Altstadt, kleine Konobas laden zum Verweilen ein. Zeit für Eis essen, bummeln. Die Außenmole des Stadthafens eignet sich hervorragend für den Blick auf die untergehende Sonne. Gleich nebenan ist das Restaurant Europa. Auch hier dalmatinische Küche vom feinsten. Allerdings sind die Portionen für uns zu groß. Ein ‚Betthupferl‘ aus der Rum Bottle, die natürlich mit an Bord ist, hilft beim Einschlafen.

Die ganze Nacht bläst die Bora durch die Wanten, daher lassen wir uns am Morgen Zeit, zumal unser Ziel für heute, Zadar, nur weitere 13 sm nördlich liegt. Vorbei an der Insel Galesnjak, der Herzinsel, direkt daneben Bisaga Mala, ein Inselchen welches für ‚kleines Geld‘ vermietet wird. Bei Kukljica sichten wir eine große Gruppe Delphine, es sind mindestens sieben. Wunderschön gleiten sie in 100m Distanz an uns vorbei. Zadar und das Velebit Gebirge sind heute klar zu erkennen, prima Sichtbedingungen. Wir laufen die Marina Borik (210,-€ 🙁 nördlich Zadar an und planen dann mit dem Bus nach Zadar zu fahren, ca 20min. Schöne Altstadtarchitektur, lauschen der Meeresorgel und klettern auf den Glockenturm neben der Basilika. Geniale Aussicht auf die gesamte Stadt, das Meer und das Gebirge. Der Hunger spült uns dann ins Malo Misto, von Lammhaxe bis Fisch, alles wieder sehr fein.

Wieder ein prima Segeltag mit Sonne, Wind und Meer. Ziel heute ca. 13sm südlich ist Sveti Filip i Jakob, ein großer Name für eine kleine Ortschaft kurz vor Biograd. Ziemlich neue Marina, noch nicht ganz fertig. Duschcontainer, dafür aber etwas günstiger. Zwischen zwei Badestränden gelegen, kann das Örtchen mit einem Campingplatz am Meer aufwarten, einem Fischmarkt, Restaurants entlang der Uferstraße und einer Beachbar. Unsere Stegnachbarn kamen vom Niederrheinischen und lagen mit ihrer Mara und ihrem Hund Otto neben uns. Eine spezielle Konstruktion fällt auf: eine Baumbremse, sinnvolles Extra für kleine Crews um auf Vorwindkursen Schäden durch eine Patenthalse zu minimieren.

Nach einem gemütlichen Frühstück mit frischen Eiern klarieren wir das Vorsegel weil es bissi aus der Nut gerutscht ist und sind auf einen Motorschlag nach Murter eingerichtet. Es kommt anders. Am Wind Kurs nach Süden, selbst die Engstelle bei Arta passieren wir elegant unter Segeln südlich der dazugehörigen Kardinaltonne. Die festlandseitige Nachbarstadt von Murter, Betina -oder doch Bettina- mit der gleichnamigen Marina ist unser Ziel. Wir bummeln durch die Altstadt aus dem 14 Jh, genießen bei einem Espresso in der Bar Pejo den Ausblick auf den Fischerhafen und wandern zum Aussichtspunkt Gradine (63m über dem Meer), der einen wunderbaren Rundumblick auf Murter und Betina bietet. Zurück aufm Böötle empfängt uns die Crew mit frisch Gegrilltem. Die Nacht soll unruhig werden, der Wind dreht wieder auf NO und es gibt den ersten Regen in dieser Woche und Gewitter.

Wir lagen gut geschützt, der Wind greift über Nacht in Böen um die 30kn in die Wanten und singt sein Lied. Das beschert uns noch ein paar Stunden Liegezeit, gegen Nachmittag soll die Bora nachlassen. Wir nutzen die Gelegenheit und erkunden Murter, ebenfalls ein hübsches Fischerdorf gegenüber Betina. Kleine Gässle und Hunger führen uns dann zum Restaurant Mareta, direkt an der Hafenkante. Von der Terrasse beobachten wir das bunte Treiben der Chartercrews die ihre Böötle tanken müssen. Dann beordert uns der Skipper zurück auf die First Love, ablegen um 13:30 Uhr, so sparen wir uns 100,-€ (die werden ab 14:00 Uhr fällig) und der Wind hat soweit nachgelassen, das wir trotz Welle gut rauskommen. Wir halten uns bis zur Kardinaltonne bei Arta Mala Richtung Norden und wechseln dann auf die andere Seite der Insel um dann die Segel und Kurs Skradin zu setzen. Im ersten Reff geht’s dann flott mit 5-6kn Fahrt voran. Gegen 17:30 erreichen wir die felsige Einfahrt nach Sibenik und Motoren dann nochmal 1,5h bis zur Marina Skradin. Leinen fest, Skipper und Istion sind froh das die ‚First Love‘ wieder heil im Heimathafen angekommen ist.

Nach einer kurzen Nacht noch ein gemeinsames Frühstück und dann Boot ausräumen. Die nächsten Gäste, Skippers Family ist schon unterwegs. Der Abschied von unseren Mitseglern und der First Love wird nicht der letzte sein, so hoffen wir. Uns bleibt noch Zeit für einen Spaziergang zur Burg und durchs Städtle, übrigens eins der ältesten in Kroatien. Eine wunderbare Segelwoche mit tollen Menschen geht zu Ende, wir machen es uns im Flixbus bequem und lassen uns nach Hause fahren.